Tatort Ludwigshafen

Tatort Ludwigshafen
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Fakten zum Tatort Ludwigshafen

Drehort seit: 1989
Folgen bisher: 65

Als dienstälteste Kommissarin und Publikumsliebling ist Lena Odenthal ein Urgestein der Tatort-Reihe, und trotzdem bleibt sie immer wandelbar und frisch. In Teamarbeit mit ihrem treuen Kollegen und Mitbewohner Mario Kopper knackt Lena Odenthal jeden Fall in Ludwigshafen – und sei er noch so brisant oder verzwickt!

Mit Herz und Verstand

Kommissarin Odenthal trat 1989 ihre Stelle bei der Mordkommission in Ludwigshafen an und hat damals genau den Nerv der Zeit getroffen – als unabhängige junge Frau mit kurzen Haaren, Jeans und Lederjacke schaffte sie es auf Anhieb, die Herzen der Zuschauer zu erobern. Ihr Erfolgsrezept liegt wohl darin, dass sie trotz ihrer harten Schale immer ihre sensible Seite bewahrt und sich mit viel menschlichem Engagement ihrer Fälle annimmt. So ist sie bekannt dafür, dass sie sich auch immer wieder für Opfer einsetzt oder Zeuginnen in Notlagen bei sich aufnimmt, um sie zu beschützen.

Frühere Tatort-Folgen aus Ludwigshafen allerdings wiesen manchmal für den Zuschauer ein wenig zu plakativ auf soziale Missstände wie sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung hin. Das Image der mutigen Kriegerin, die für die Rechte der Frauen kämpft, hat Kommissarin Odenthal aber zugunsten einer breiter gefächerten Problematik abgelegt. Der Tatort ist eben immer auch ein Spiegel seiner Zeit, und die durch Ulrike Folkerts verkörperte Ermittlerin ist in ihrer Rolle gereift und hat eine bewundernswerte Vielseitigkeit entwickelt.

Mario Kopper – der ungekämmte Assistent

Schon nach zehn Folgen wurde Ulrike Folkerts in ihrer Rolle als Lena Odenthal Andreas Hoppe zur Seite gestellt, der als ihr Assistent Mario Kopper den Tatort aus Ludwigshafen bereichert. Kopper ist ein liebenswerter Chaot, der von einer italienischen Mutter abstammt. Das Kochen liegt ihm also im Blut, ebenso wie die Leidenschaft für alte italienische Autos und andere fahrbare Untersätze. Sein Markenzeichen ist die „Unfrisur“, die alles andere als gepflegt ist. Einem Beamten sieht Mario Kopper nun wirklich nicht ähnlich. Trotzdem ist er bei den Ermittlungen ein treuer Partner, auf den Lena Odenthal sich blind verlassen kann – auch wenn es hin und wieder Meinungsverschiedenheiten gibt. Denn beide Ermittler gehen mit viel Herz an ihre Arbeit heran – nur manchmal eben aus verschiedenen Richtungen!

Ermittlung am Küchentisch

Jeder Tatort-Ermittler besteht natürlich nicht nur aus seiner Arbeit, sondern hat auch immer eine geheimnisvolle Vergangenheit und eine private Geschichte. Bei Lena Odenthal und Mario Kopper aber verschwimmen die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit, denn sie ermitteln nicht nur gemeinsam, sie teilen sich auch zusammen mit einer Katze eine große Altbauwohnung. Das Arrangement war natürlich nur als Übergangslösung geplant, bis Mario Kopper eine neue Wohnung gefunden hat, aber bekanntlich ist ja nichts so dauerhaft wie das Provisorium! Diese Wohngemeinschaft führt natürlich dazu, dass beide quasi immer im Dienst sind.

Während Mario kocht und Lena die Katze streichelt, kennen sie nur ein Thema – den aktuellen Fall, wie sie damit umgehen sollen und wer sich verdächtig gemacht hat. Diese zwei Ermittler sind vertraut miteinander wie ein altes Ehepaar, und trotzdem bleibt dem Zuschauer die allzu abgenutzte Frage erspart, wann sie endlich als Paar zusammenkommen. Es funkt eben einfach nicht zwischen Lena Odenthal und Mario Kopper, und das ist auch gut so. Die Drehbuchautoren, die für dieses Team schreiben, haben es geschafft, ein Tatort-Team mit einer alternativen Lebensform zu kreieren, die von der Norm abweicht, dabei aber trotzdem den Protagonisten Geborgenheit und familiäre Wärme gönnt.

Kein Tatort ohne Lokalkolorit

Der Tatort aus Ludwigshafen wäre nicht, was er ist, wenn das Team nicht tatkräftig von der Sekretärin Frau Keller und dem Kriminaltechniker Becker unterstützt würde. Frau Keller, sehr gekonnt dargestellt von Annalena Schmidt, hütet das Büro in der Mordkommission Ludwigshafen und ist der volkstümlichste Charakter im Team. Mit ihrem mundartlichen Dialekt und ihrer naiven Einstellung zum Leben kann zwar niemand Frau Keller wirklich ernst nehmen, durch ihr gutmütiges Wesen ist sie aber so etwas wie das Maskottchen der Truppe und erledigt auch zuverlässig ihre Büroarbeit, wenn sie nicht gerade heimlich den Polizeiapparat einspannt, um ein Radioquiz zu gewinnen. Auch der Kriminaltechniker Becker bringt mit seinem Ludwigshafener Dialekt und seiner behäbigen Art Lokalkolorit in diesen Tatort – trotzdem ist er ein Genie, wenn es darum geht, Spuren zu verwerten.

Sozialkitsch oder Sozialkritik?

Obwohl Lena Odenthal keine Hemmungen hat, die Waffe zu ziehen und keinen Nahkampf mit schweren Jungs scheut, gleiten ihre Fälle doch manchmal auch in pseudo-therapeutische Dialoge ab, die nicht jedem Zuschauer liegen. Besonders in brenzligen Situationen scheint die Verhörtechnik der Kommissarin zu aufgesetzt. Da wird brutalen Straftätern analytisches Verständnis entgegen gebracht in etwas zu hölzernen Dialogen, die doch sehr an einen langhaarigen Sozialarbeiter aus den 80ern erinnern. Dieser Stil zu ermitteln ist für Krimifans, die eine spannende und temporeiche Mörderjagd sehen wollen, manchmal doch etwas zu langatmig. Das Team mit seinen sehenswerten Charakteren fängt diese kleine Schwäche aber immer wieder auf und hat bis jetzt noch jeden Tatort aus Ludwigshafen davor gerettet, langweilig zu werden.

Über 50 Fälle und noch kein bisschen müde

Zusammenfassend kann man sicher sagen, dass der Tatort aus Ludwigshafen ein echter Publikumsmagnet ist und es hoffentlich auch noch lange bleiben wird. Lena Odenthal und Mario Kopper haben im Laufe der Jahre eine große Wandlungsfähigkeit bewiesen und sind für das deutsche Fernsehpublikum zu einer Einheit mit ihren Darstellern geworden.

Es gelingt den Drehbuchautoren immer wieder, für diesen Tatort aktuelle Themen aufzugreifen und mit der Zeit zu gehen. Trotzdem behält das Team seinen Charme mit allen Stärken und Schwächen. Ulrike Folkerts hat es sogar geschafft, mit der Figur der Lena Odenthal einen völlig neuen, unabhängigen Frauentyp ins deutsche Fernsehen zu bringen und ist damit eine Leitfigur geworden, die den Schimanskis dieser Welt gezeigt hat, dass „frau“ auch anders ermitteln kann!

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