Tatort Kiel

Tatort Kiel
Deutschlandkarte

Fakten zum Tatort Kiel

Nebenfiguren: Roland Schladitz
Drehort seit: 1971
Folgen bisher: 36

Seit 2003 ermittelt Hauptkommissar Klaus Borowski (Axel Milberg, selbst in Kiel geboren) an den nördlichsten Tatorten rund um die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt. Er ist der Steppenwolf unter den Tatortkommissaren, wortkarg und dabei voller Witz und Selbstironie. Ihm zur Seite steht seit Oktober 2010 Kommissaranwärterin Sarah Brandt (Sibel Kekilli), die mit ihren eigensinnigen Ermittlungen das kongeniale Pendant zu ihrem stoischen Kollegen bildet.

Dunkle Yachthäfen, einsame Hochbrücken und weite Strände der Kieler Förde bilden perfekte Mordkulissen des norddeutschen Tatorts. Die Folgen des Kieler Tatort behandeln unterschiedlichste gesellschaftliche und politische Themen, allen ist die atmosphärische Dichte und Tiefgründigkeit gemeinsam.

Der Zuschauer ist am Tatort Kiel hautnah dabei

Der Kieler Tatort zeichnet sich durch eine besondere Szenenkompositionen aus: Unvergleichlich die Spannung, mit der der Zuschauer dem gleichmäßigen Atem des Frauenmörders in „Borowski und der stille Gast“ folgen konnte, wenn er die Wohnungen seiner späteren Opfer durchstreift und kaum wahrnehmbare Spuren hinterlässt. Kaum zu ertragen, wie der grauenhaft einfühlsame Psychopath sich einschleicht in die Welt seines nächsten Opfers, Sarah Brandt.

In dieser Folge erlitt Sarah Brandt in Anwesenheit Borowskis einen epileptischen Anfall, wodurch der Kommissar hin und her gerissen wird zwischen kollegialem Mitgefühl und Pflichtbewusstsein als Dienstverantwortlicher. Sarah Brandt kämpft seither um ihre Anerkennung als voll einsatzfähige Kollegin.

Verknüpfung von realem Zeitgeschehen und Fiktion

Ein besonderer Kieler Tatort war auch „Borowski und der freie Fall“, darin wurde an den Mordfall Uwe barschel angeknüpft. Ohne neue Verschwörungstheorien zu befeuern gelang es, die mysteriöse Geschichte in einer Mischung aus Fiktion und Tatsachenbeschreibung aufleben zu lassen. Sarah Brandt, die in dieser Folge erstmals ein Tablet einsetzt, mit dem sie lautlos verbotene Räume durchstreift und mit alten Aufnahmen aus der Barschelzeit abgleicht, beweist spätestens jetzt, dass modere Ermittlungsinstrumente im Tatort Einzug gehalten haben. Eindrücklich und angenehm unspektakulär werden die Bedrängnisse beschrieben, in die auch im 21. Jahrhundert ein Mann gerät, der als öffentliche Person seine Homosexualität zu verbergen sucht.

Bestseller-Autor Henning Mankells schreibt die Tatort-Drehbücher

Die Folgen "Borowski und der vierte Mann" sowie "Borowski und der coole Hund" tragen unverkennbar die Handschrift des schwedischen Erfolgsautors Henning Mankell, der die Drehbuchvorlagen für beide Tatorte geliefert hat. In "Borowski und der coole Hund" bekommen Borowski und Brandt sogar Unterstützung von der anderen Seite der Ostsee, aus Göteborg. Gemeinsam mit dem schwedischen Kommissar Enberg decken sie die grausige Wahrheit auf, die hinter dem Tod eines an Tollwut erkrankten Menschen liegt. Weitere Drehbuchvorlagen von Mankell sind in Arbeit, die Folgen werden voraussichtlich 2014 gesendet.

Tatort Kiel - kalt, kantig, konkret

Eine zentrale Rolle spielt Kiel selbst: Die Zuschauer entdecken unbekannte Facetten der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt. Orte wie das nächtlich in Szene gesetzte Portal der Petruskirche („Borowski in der Unterwelt“, 2005) oder majestätische Backsteingebäude in der Arkonastraße räumen gründlich auf mit dem vielerorts herrschenden Klischee der unattraktiven und langweiligen Stadt. Für mehrere Szenen der Folge „Macht der Angst“ (2007) wurde kurzerhand das Schloss zum „Kieler Landgericht“ umfunktioniert.

Durch den Facettenreichtum der herausragenden Darsteller und die immer wieder überraschende Vielschichtigkeit ihrer Hauptcharaktere Klaus Borowski und Sarah Brandt meint man in jedem Tatort die Figuren noch näher kennen zu lernen.

Die Kieler Tatorte vermögen die Melancholie der norddeutschen Landschaften einzufangen und lassen die Zuschauer oftmals im Schatten angedeuteter Ahnungen erschaudern. Das maritime Flair der Kieler Förde und die sympathische, wortkarge Art von Hauptkommissar Klaus Borowski verleihen den Krimis von der Förde einen ganz besonderen Stil. Oftmals ein bisschen künstlerisch angehaucht, sind die Kiel-Tatorte das Gegenstück zu den Spaß-Tatorten aus Münster oder den Kölner Kumpel-Kommissaren Ballauf und Schenk.

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