Tatort Duisburg

Tatort Duisburg
Deutschlandkarte

Fakten zum Tatort Duisburg

Nebenfiguren: -
Drehort seit: 1981
Folgen bisher: 29

Zu den legendärsten Serien im deutschen Fernsehen gehören ohne Zweifel die Duisburger Tatort-Folgen - was weniger dem Lokalkolorit zuzuschreiben ist, das bei anderen Tatorten eine wichtigere Rolle spielen mag als bei der Ruhrgebietsmetropole mit dem eher spröden Charme, sondern vielmehr den charismatischen, hochkarätigen Schauspielern, allen voran Götz George in der Rolle des Kommissar Schimanski, der er seinen eigenen Stempel aufgeprägt hat und mit der er identifiziert wird wie kaum ein anderer Tatort-Kommissar (ob er selbst das gut finden mag oder "Scheiße", wie sein Rollen-Alter Ego das ausdrücken würde...).

Schimanski und Thanner - Proll und Piefke

Der hemdsärmelige Ruhrgebiet-Proll mit dem Herz auf dem rechten Fleck Horst Schimanski, der es mit den Dienstvorschriften nicht immer so genau nimmt, ist auch heute noch, über zwanzig Jahre nach Ausstrahlung des letzten Duisburg-Tatorts, der bekannteste und beliebteste Tatort-Ermittler. Die ARD widmete ihm nach Einstellung der Duisburg-Tatort-Folgen mit "Schimanski" eine eigene Krimireihe, in der seit 1997 der inzwischen pensionierter Horst Schimanski auf eigene Faust ermittelt - was er ja auch schon in seiner "offiziellen" Dienstzeit öfter getan hatte - zum Leidwesen seiner Vorgesetzten und seines überkorrekten Kollegen Christian Thanner, kongenial verkörpert von dem 1994 verstorbenen Eberhard Feik.

Neben den actionreichen Stories, bei denen seitens Kommissar Schimanskis auch gerne mal die Fäuste flogen und in denen George meist auf Stunt-Doubles verzichtete, machte vor allem der Kontrast dieser beiden Kommissare, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, die Beliebtheit der Duisburger Tatorte aus. Eberhard Feik war es gelungen, sich aus dem Windschatten des Schauspielergiganten George herauszuspielen - trotz oder vielleicht gerade wegen seiner eher spießigen Figur. Noch heute, vierzehn Jahre nach seinem Tod, belegt er zusammen mit Götz George Platz eins der beliebtesten Tatort-Kommissare.

Illustre Namen und Tatorte, die aus der Serien-Reihe fallen

Originell besetzt wurden Nebenrollen und zahllose Gastauftritte, unter anderem Dieter Bohlen in einer winzigen Rolle der Folge "Moltke", zu der er auch den Titelsong "Silent Water" schrieb. Der allerbekannteste Titelsong eines Tatorts überhaupt dürfte aber mit "Zahn um Zahn" von Klaus Lage stammen - was sicher auch darauf zurückzuführen ist, dass dieser Tatort von 1985 vor seiner Ausstrahlung im Fernsehen 1987 in einer Kinofassung zu sehen war, ebenso wie zwei Jahre später "Zabou" (Fernsehausstrahlung 1990), wieder mit Musik von Klaus Lage, außerdem Joe Cocker, Tony Carey und Diether Dehm.

Eine weitere besondere Folge stellt "Unter Brüdern" dar, 1990 im Zuge der Wiedervereinigung in Koproduktion mit der Serie "Polizeiruf 110" gedreht.

Als Fortsetzung dieser Geschichte gab es dann 1991 im letzten vom DFF ausgestrahlten "Polizeiruf 110" einen Gastauftritt von Thanner ("Thanners neuer Job"), in dem er sich bei den Ostkollegen als überpingeliger "Besserwessi"-Vorgesetzter unbeliebt macht.

1988 hatte er bereits ein Gastspiel in der Antrittsfolge seines saarländischen Kollegen Max Palu (Jochen Senf) "Salü Palu" - der Gegenbesuch erfolgte bei der letzten Duisburg-Folge: "Der Fall Schimanski", in der Schimanski einem üblen Komplott zum Opfer fällt: Er wird in eine Falle gelockt und hat sich scheinbar der Bestechlichkeit schuldig gemacht. Vom Dienst suspendiert wenden sich sogar die Kollegen von ihm ab. Als es ihm schließlich gelingt, seine Unschuld zu beweisen und ihm die Rückkehr angeboten wird, lehnt er dankend ab - musikalisch untermalt von Bonnie Tyler mit "Against The Wind", wiederum aus der Feder von Dieter Bohlen.

Ursprünglich nur als kleine Nebenrolle gedacht, sei noch Chiem van Houweninge als "Hänschen" (Kommissar Hans Scherpendeel) erwähnt, der bald zum beleibten und beliebten Bestandteil der Serie wurde und zu einigen Folgen auch das Drehbuch schrieb, vor allem solchen mit niederländischem Bezug in Handlung und Besetzung.

Vom (finanzkräftigen) WDR sicher besser ausgestattet als die Tatorte kleinerer Sender, wartete der Duisburger Tatort mit der ersten Garnitur an Regisseuren auf wie Hajo Gies, der die meisten Folgen inszenierte und für "Moltke" den renommierten Grimme-Preis einheimste, Ilse Hoffmann, Klaus Emmerich und Dominik Graf, um nur einige zu nennen.

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