Schweiger-Tatort "Kopfgeld": Breaking Bad in Hamburg

Nick Schiller (Til Schweiger) spürt zusammen mit seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) dem gefährlichen Astan-Clan nach, dessen Oberhaupt...

© NDR/Marion von der Mehden

Nick Schiller (Til Schweiger) spürt zusammen mit seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) dem gefährlichen Astan-Clan nach, dessen Oberhaupt...

...Firat Astan (Erdal Yildiz) sie schon ins Gefängnis bringen konnten. Der setzt daraufhin ein Kopfgeld auf Tschiller aus.

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...Firat Astan (Erdal Yildiz) sie schon ins Gefängnis bringen konnten. Der setzt daraufhin ein Kopfgeld auf Tschiller aus.

Und tatsächlich entgehen Tschiller und seine Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck) nur knapp einem Attentat.

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Und tatsächlich entgehen Tschiller und seine Ex-Frau Isabella (Stefanie Stappenbeck) nur knapp einem Attentat.

Tochter Lenny (Luna Schweiger), soll daher in Sicherheit gebracht werden und wieder zu ihrer Mutter ziehen.

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Tochter Lenny (Luna Schweiger), soll daher in Sicherheit gebracht werden und wieder zu ihrer Mutter ziehen.

Tschiller erfährt, dass der Astan-Clan groß ins Drogengeschäft einsteigen will und holt sich Hilfe...

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Tschiller erfährt, dass der Astan-Clan groß ins Drogengeschäft einsteigen will und holt sich Hilfe...

...beim Drogenermittler Enno Kromer (Ralf Herforth). Der fürchtet einen Kiezkrieg zwischen den Astans...

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...beim Drogenermittler Enno Kromer (Ralf Herforth). Der fürchtet einen Kiezkrieg zwischen den Astans...

...und dem Bürsüm-Clan, der den Drogenhandel bislang dominiert. Und tatsächlich gibt es bald die ersten Opfer.

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...und dem Bürsüm-Clan, der den Drogenhandel bislang dominiert. Und tatsächlich gibt es bald die ersten Opfer.

Tschiller gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Banden und wird angeschossen.

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Tschiller gerät zwischen die Fronten der rivalisierenden Banden und wird angeschossen.

Doch selbst im Krankenhaus ist er nicht sicher und muss von Kollegin Ines Kallwey (Britta Hammelstein) gerettet werden.

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Doch selbst im Krankenhaus ist er nicht sicher und muss von Kollegin Ines Kallwey (Britta Hammelstein) gerettet werden.

Nick Tschiller und Yalcin Gümer versuchen zu verhindern, dass der Kiezkrieg vollends eskaliert.

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Nick Tschiller und Yalcin Gümer versuchen zu verhindern, dass der Kiezkrieg vollends eskaliert.
10.03.2014 · von

Extrem harte Action, wilde Schießereien und am Ende ein "Leichenrekord". Der Tatort "Kopfgeld" aus Hamburg war nichts für zarte Gemüter.

Mit 17 Toten war dieser Tatort der blutigste in der Geschichte der Krimi-Reihe, deutlich brutaler als andere. Und auch sonst wich dieser Hamburg-Tatort von der Regel ab: Soviel Vulgärsprache gab es noch nie und auch eine Sexszene wie zwischen Nick Tschiller (Til Schweiger) und Staatsanwältin Hanna Lennerz (Edita Malovcic) suchte man im Tatort bislang vergebens. Wenn man sie denn gesucht hat. Die Schweiger-Tatorte haben viele Kritiker. Soviel Hollywood passe nicht in die lange Tradition der deutschen Kultmarke "Tatort". Doch richtig ist auch, dass gerade die Abwechslung von Woche zu Woche, von Ermittler zu Ermittler, die Einzigartigkeit dieser Serie ausmacht. Von Schweiger-Action bis Bodensee-Tristesse, von bierernsten Ermittlungen in Leipzig bis zum Klamauk von Münster. Es ist für jeden etwas dabei, und das ist auch gut so!

Viele Themen, doch es passte

Die Handlung im Tatort "Kopfgeld" war dicht gepackt, es wurden viele Themen angeschnitten und viele Probleme erörtert. Neben dem eigentlichen Hauptstrang der Erzählung, der Rivalität zweier krimineller Großfamilien in Hamburg, waren da noch das Kopfgeld auf Nick Tschiller, die Gefahren durch die Droge Crystal Meth (Breaking Bad lässt grüßen), der Überfall und die Vergewaltigung von Staatsanwältin Hanna Lennerz und Tschillers Probleme mit Tochter und Ex-Frau. Doch während andere Tatorte durch solch eine Themenhäufung oft überfrachtet wirken und den Faden zu verlieren scheinen, hat hier alles irgendwie zusammengepasst. Es kam nie das Gefühl auf "das passt hier jetzt aber wirklich nicht rein". Ok, bis auf die gefühlten 80 Anspielungen auf Ines Kallweys (Britta Hammelstein) neue Frisur.

Darsteller, Buch, Regie, Kamera: Alle stark

Starke Hauptdarsteller wurden durch starke Kamera- und Regiearbeit perfekt ins Licht gesetzt. Starke Nebendarsteller wie Ralf Herforth (alias Enno "Magenkrebs" Kromer) oder der Astan-Friedensrichter Idris (gespielt von Murathan Muslu) machten die Sache rund. Stark war auch, wie man innerhalb von 90 Minuten die romantische Pimpermusik von Otis Redding ("Cigarettes and Coffee") und die Verbalfäkalien von Rapper Haftbefehl ("Psst!") in ein und demselben Film zusammenbringen kann.

 

10,12 Millionen Zuschauer (27,7% Marktanteil) sahen gestern Abend zu, womit der Tatort souverän den Tagessieg holte. Trotz der Superquote war dies gegenüber dem ersten Schweiger-Tatort "Willkommen in Hamburg" allerdings eine kleine Enttäuschung. Damals schauten 12,57 Millionen Menschen zu, was einer Quote von 33,5% entsprach und damit die erfolgreichste Episode seit 20 Jahren wurde. Aber das ist Meckern auf (sehr) hohem Niveau.

Und was sagt die Twitter-Gemeinde zum Tatort? Nun, viele haben sich auch von den durchweg positiven Kritiken im Vorfeld nicht beeindrucken lassen und ihre Sonntagabendplanung entsprechend ausgerichtet.

Bei Til Schweiger hat ja sowieso jeder seine eigene Meinung, und entsprechend fielen auch die Kommentare aus.

Größter Kritikpunkt der Twitterer war mal wieder die undifferenzierte Aktikulationsfähigkeit des Hauptdarstellers. Analog zum Tatort aus Wien von vergangener Woche wurde Verständigungshilfe eingefordert.

Lichtblick in diesem Tatort war, wie schon bei seinem ersten Einsatz, Tschillers Kompagnon Yalcin Gümer. Mit Charme und Witz spielte er sich erneut in die Herzen der Zuschauer und nicht wenige forderten eine neue Hackordnung im Ermittlerteam.

Es gab auch positive Stimmen zum gestrigen Tatort. Da naturgemäß aber mehr gelästert als gelobt wird, gingen diese Kommentare fast unter.

Zusammengefasst war der Mehrheit der Twitterer die Story zu brutal und zu unrealistisch. Dabei hatte Regisseur Christian Alvart sogar vorab noch gewarnt.

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