Online-Spiel zum Stuttgart-Tatort "Spiel auf Zeit"

In einem Online-Spiel kann man Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) bald am Tatort Stuttgart unterstützen.

© SWR/Stephanie Schweigert

In einem Online-Spiel kann man Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) bald am Tatort Stuttgart unterstützen.
03.05.2013 · von

Am 26. Mai gibt es wieder einen Tatort, bei dem im Internet mitermittelt werden kann. Auch Social Media wird immer wichtiger für die Tatort-Macher.

Beim Stuttgart-Tatort "Spiel auf Zeit" soll es für Fans wieder die Möglichkeit geben, online gemeinsam mit den Kommssaren Lannert und Bootz auf Mördersuche zu gehen. Eine Woche vor Ausstrahlung des Films am 26. Mai starten die Vorermittlungen im Internet. Im Tatort selber werde dann die Auflösungen verraten, schreibt das Medienmagazin "kressreport" in seiner aktuellen Ausgabe. Ein ähnliches Experiment hatte es schon 2012 beim Odenthal-Tatort "Der Wald steht schwarz und schweiget" gegeben, doch damals begann das Online-Spiel erst nach der Ausstrahlung. Das Interesse war so gewaltig, dass die ARD-Server dem Ansturm nicht standgehalten hatten.

Darüber hinaus heben die Tatort-Macher im "kressreport" die wachsende Bedeutung der Social Media-Kanäle hervor. "Die direkte Kommunikation mit den Zuschauern ist auch für Regie, Autoren, Darsteller und Redaktion interessant – und manchmal sogar hilfreich", wird Annette Strelow zitiert, die Film-Chefin bei Radio Bremen. Tatort-Koordinator Gebhard Henke nutzt die Resonanz auf Twitter, um die jeweilige Folge einzuordnen: "Wenn wenig getwittert wird, kommt die Folge nicht so gut an."

Schon rund zehn Prozent der Zuschauer sehen den Tatort nicht Sonntags um 20:15 Uhr im Fernsehen, sondern später in der Mediathek der ARD, habe das "Hamburger Abendblatt" herausgefunden. Das Internet wird also auch für die über 40 Jahre alte Krimi-Institution immer wichtiger.

Dokumentation als Tatort-Stoff

Außerdem gibt der "kressreport" einen interessanten Einblick in die Entstehungzeit des Tatort. So habe es drei Kriterien gegeben, die jeder Tatort erfüllen musste, erzählt Erfinder Gunther Witte: "Der Kommissar spielt die zentrale Rolle, die Region, aus der der Krimi kommt, ist klar zu erkennen und die Geschichten müssen so konzipiert sein, dass sie auch in der Wirklichkeit passieren könnten. Alles selbstverständlich, würde man heute sagen."

Zu Beginn habe es Fälle gegeben, bei denen einfach andere Drehbücher für den Tatort umgeschrieben wurden. "Das Absurdeste war, was den Stuttgartern einfiel. Das war etwas Dokumentarisches namens 'Auf offener Straße'", erinnert sich Gunter Witte. "Es ging um die Stadt Mannheim in allen ihren Schönheiten, der Kommissar wurde erst im Nachhinein dort eingebaut."

Heutzutage sei so etwas undenkbar, nicht erst seit zahlreiche etablierte Kino-Stars als Tatort-Kommissare ermitteln. Doch Tatort-Koordinator Henke betont im "kressreport", dass man weiterhin auch auf Nachwuchsschauspieler setze. So seien etwa Aylin Tezel im Dortmunder Tatort als auch das neue Team in Erfurt vorher kaum im TV zu sehen gewesen.

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