Franziska Lüttgenjohann

Name:
Franziska Lüttgenjohann
Darsteller:
Tessa Mittelstaedt
Tatort:
Köln
Im Einsatz:
2000-2014
Fransziska Lüttgenjohann

Jede Mordkommission braucht ihre treue Seele, die im Büro die Stellung hält, den ewig meckernden Staatsanwalt besänftigt und die nervenaufreibende Recherchearbeit übernimmt. Auch der Tatort Köln braucht diese Figur. Die Kommissare Ballauf und Schenk haben großes Glück mit der guten Fee in ihrem Büro. Franziska Lütgenjohann, dargestellt von Tessa Mittelstaedt, hat über dreizehn Jahre lang die Launen ihrer Chefs ertragen, bevor sie Anfang 2014 in der Folge "Franziska" Opfer eines Sexualmörders wurde.

Franziska Lütgenjohann als die "neue Lissy"

Der Tatort-Zuschauer ist ein Gewohnheitstier, denn schließlich liebt man seine Teams so, wie sie sind. Veränderungen sind nicht immer willkommen, und so musste auch Tessa Mittelstaedt sich in ihrer Rolle als Frau Lütgenjohann erst ihr Publikum – und ihre Kommissare – erobern. Als Nachfolgerin ihrer Kollegin Lissy Pütz war Franziska Lütgenjohann lange Zeit das „neue Gesicht“ im Tatort Köln. Mit ihrer humorvollen Art hat sie aber nicht nur die Herzen ihrer Vorgesetzten erobert, sondern auch die der Zuschauer. Als Figur scheint Franziska Lütgenjohann im Tatort Köln fast nie das Tageslicht zu sehen. Während die Hauptkommissare Freddy Schenk und Max Ballauf bei der Verbrecherjagd die Domstadt auf den Kopf stellen und sich bei der einen oder anderen Currywurst an der Imbissbude auch ein Kölsch gönnen, ist sie dazu verdammt, im düsteren Büro Dienst nach Vorschrift zu schieben. Ihr bester Freund scheint dabei der Polizeicomputer zu sein, und bei der Recherche macht ihr so schnell keiner etwas vor. Wenn die Kommissare „heimkehren“ in ihr Büro, wartet Franziska oft schon mit aufschlussreichen Fakten, die den Fall weiterbringen. Und schließlich kann niemand den ewig angesäuerten Staatsanwalt so gut um den Finger wickeln wie sie. Denn wenn Frau Lütgenjohann ihm Honig um den Bart streicht und unschuldig zu ihm aufblickt, schmilzt der übellaunige Staatsdiener wie Butter in der Sonne. So haben Schenk und Ballauf freie Hand bei den Ermittlungen – Franziska regelt das schon!

Die großen Momente einer kleinen Rolle

Natürlich ist es schwer, im Tatort einer Nebenfigur wie der Bürokraft eine eigene Persönlichkeit zu verleihen, Tessa Mittelstaedt hat diese Aufgabe aber mit Bravour gemeistert. Im Tatort Köln ist ein Büro ohne Franziska Lütgenjohann ein leeres Büro, und oft genug muss sie vermittelnd dazwischen gehen, wenn die Kommissare Schenk und Ballauf wieder einmal ihre privaten Probleme nicht vom Fall trennen können. Denn der Tatort aus Köln lebt von den Gegensätzen zwischen dem Familienmenschen Freddy Schenk und dem Einzelgänger Max Ballauf. Beide sparen nicht mit Kritik, wenn es darum geht, am Lebensstil des Kollegen herumzumeckern. Franziska ist die Einzige, die die beiden im Griff hat. Neutral wie die Schweiz, stellt sie immer im richtigen Moment einen Kaffee auf den Schreibtisch und lenkt die Aufmerksamkeit der Streithähne wieder auf den Fall. Mit hintergründigem Witz und treffsicheren Bemerkungen entschärft sie jeden Streit. Dafür lieben ihre Vorgesetzten sie, wenn sie das auch nie so sagen würden. Als Franzi dann aber endlich mit in den Außendienst darf, hat sie so lange auf diese Chance gewartet, dass sie mit ihrer großen Klappe und ihrem frechen Auftreten die Ermittlungen eher erschwert als unterstützt.

In der nach ihr benannten Folge "Franziska" wird sie in einem Gefängnis als Geisel genommen. Eigentlich wollte sie einen Sexualmörder, der bald entlassen  werden sollte, als ehrenamtliche Bewährungshelferin auf das Leben in Freiheit vorbereiten. Doch der Sträfling nimmt Franziska als Geisel und legt ihr einen Kabelbinder um den Hals, den er immer weiter zu zieht. Ballauf und Schenk geben ihr Bestes, um ihre Assistentin zu befreien, doch am Ende kommt jede Hilfe zu spät. Tessa Mittelstaedt stieg auf eigenen Wunsch aus dem Tatort aus, ihre Abschiedsvorstellung "Franziska" durfte wegen der heftigen Szenen erst um 22:00 Uhr gezeigt werden.

Karrierestationen von Tessa Mittelstaedt

Tessa Mittelstaedt ist keine dieser Schauspielerinnen, die die Zuschauer nach nur einem Film nie wieder vergessen. Sie ist eher eine Darstellerin der unauffälligeren Art und vielen Zuschauern ist sie nur aus dem Tatort Köln bekannt. Tritt Tessa Mittelstaedt in einer ihrer zahlreichen anderen Rollen auf, ist sie für die Zuschauer nicht Tessa Mittelstaedt, sondern das Büromädchen aus dem Tatort Köln. Trotzdem ist sie eine emsige und hochbegabte Schauspielerin, die schon in Kinofilmen und zahllosen Fernsehserien mitgewirkt hat. Ihre Ausbildung erhielt Tessa Mittelstaedt an der renommierten Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Auch Theatererfahrung sammelte Tessa Mittelstaedt in Bochum und Wuppertal, eher sie durch ihre Rolle als Franziska Lütgenjohann im Tatort Köln einem breiten Publikum bekannt wurde. Seit 2012 spielt Mittelstaedt außerdem die Staatsanwältin Elke Rasmussen in der ARD-Serie "Heiter bis tödlich: Morden im Norden".

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