Massive Kürzungen beim Tatort?

Sehen wir Wotan Wilke Möhring künftig seltener als Thorsten Falke? Der NDR soll zwei Folgen weniger pro Jahr produzieren.

© NDR/Christine Schröder

Sehen wir Wotan Wilke Möhring künftig seltener als Thorsten Falke? Der NDR soll zwei Folgen weniger pro Jahr produzieren.
23.07.2014 · von

UPDATE: Inzwischen hat die ARD die Kürzungen laut "meedia.de" dementiert. "Beim 'Tatort' und 'Polizeiruf' wird nicht gespart", zitiert der Mediendienst eine ARD-Sprecherin. "Wir kündigen jedes Jahr zwischen 43 und 48 Neuproduktionen an. Dieses Jahr sind es eben 43. Ich weiß nicht, wo da der Skandal ist." Dass dieses Jahr "nur" 43 neue Krimis gedreht werden, hänge unter anderem mit der Fußball-WM zusammen. Wir bleiben am Ball!

Ursprüngliche Meldung:

Neben der Tagesschau ist der Tatort unbestritten das Flaggschiff der ARD und darüber hinaus eines der wenigen fiktionalen Formate der öffentlich-rechtlichen, das junge und alte Zuschauer zu fesseln vermag. Umso unverständlicher sind die Gerüchte, die "bild.de" heute unter dem dramatischen Titel "Die Tatort-Krise" veröffentlicht.

Demnach will das Erste beim Tatort massiv Kosten einsparen, es ist von bis zu 37 Millionen Euro in den Jahren 2015 und 2016 allein beim NDR die Rede. Die verlängerte Sommerpause in diesem Jahr soll ein erster Schritt sein, in Zukunft sollen deutlich weniger Fälle gedreht werden. So soll der NDR zwei Tatorte weniger produzieren als bislang, "mindestens zwei weitere bei anderen Sendeanstalten" kommen noch dazu, so die "Bild".

Tatorte verkommen zu Kammerspielen

Ob auch das Budget der einzelnen Drehs - jeweils etwa 1,4 Millionen Euro - noch weiter gekürzt werden soll, ist unklar. Schon jetzt klagen viele Darsteller über zu wenig Drehtage und nicht optimale Bedingungen. Aufwändige Stunts oder Außen-Drehs werden seltener, stattdessen verkommen immer mehr Tatorte zu Kammerspielen im Verhörraum, weil solche Szenen günstig zu produzieren sind.

Schon jetzt ist die ARD mit 35 Tatorten und acht "Polizeiruf 110"-Folgen im Jahr am unteren Limit. Eine NDR-Sprecherin wird mit den Worten zitiert, schwankende Zahl der Fälle habe vor allem inhaltliche Gründe. Gerüchten zufolge soll Maria Furtwängler alias Charlotte Lindholm zwei Jahre lang keinen neuen Tatort mehr gedreht haben, weil die Geschichten zu schlecht waren. Auch die Darsteller des von der Kritik zerrissenen Saarbrücken-Tatortes haben laut "bild.de" mehrere Drehbücher abgelehnt und mit Ausstieg gedroht.

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