Leipzig-Tatort "Blutschuld": Im Osten nichts Neues

Abfallunternehmer Harald Kosen (Bernhard Schütz) gerät mit seinem Schwiegersohn Patrick (Tino Hillebrand) aneinander.

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Abfallunternehmer Harald Kosen (Bernhard Schütz) gerät mit seinem Schwiegersohn Patrick (Tino Hillebrand) aneinander.

Wenig später werden Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) zum Haus der Kosens gerufen.

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Wenig später werden Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) zum Haus der Kosens gerufen.

Harald Kosen wurde in seinem Schlafzimmer brutal ermordet. Raubmord oder Familiendrama?

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Harald Kosen wurde in seinem Schlafzimmer brutal ermordet. Raubmord oder Familiendrama?

Die Ermittler versuchen, das komplizierte Familiengeflecht zu entwirren. Verdächtig ist zum einen...

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Die Ermittler versuchen, das komplizierte Familiengeflecht zu entwirren. Verdächtig ist zum einen...

Schwiegersohn Patrick, der sich mit dem Senior nicht immer einig war.

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Schwiegersohn Patrick, der sich mit dem Senior nicht immer einig war.

Auch seine Frau Sofie Kosen (Natalia Rudziewicz) wird befragt. Trauer über den Tod ihres Vaters zeigt sie nicht.

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Auch seine Frau Sofie Kosen (Natalia Rudziewicz) wird befragt. Trauer über den Tod ihres Vaters zeigt sie nicht.

Und dann ist da noch der ehemalige Geschäftspartner Christian Scheidt (Uwe Bohm), bei dem sich die Trauer ebenfalls in Grenzen hält.

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Und dann ist da noch der ehemalige Geschäftspartner Christian Scheidt (Uwe Bohm), bei dem sich die Trauer ebenfalls in Grenzen hält.

Christian Scheidt ist ein gebrochener Mann seit er vor Jahren sein Kind verlor.

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Christian Scheidt ist ein gebrochener Mann seit er vor Jahren sein Kind verlor.

Er gibt Harald Kosen die Schuld am Tod seiner Tochter. Hat er sich nun an ihm gerächt?

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Er gibt Harald Kosen die Schuld am Tod seiner Tochter. Hat er sich nun an ihm gerächt?

Ein komplizierter Fall für Eva Saalfeld und Andreas Keppler. Können sie den Mörder finden?

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Ein komplizierter Fall für Eva Saalfeld und Andreas Keppler. Können sie den Mörder finden?
13.02.2015 · von

Die Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) ermitteln wieder in Leipzig. Aus dem Ex-Ehepaar werden auch bald Ex-Ermittler, dies ist ihr vorletzter Fall. Warum das auch gut so ist lest ihr in unserem Kreuzverhör.

Worum geht’s?

Eva Saalfeld und ihr Kollege Andreas Keppler werden zu einem Tatort am Stadtrand gerufen. Dort ist der Abfallunternehmer Harald Kosen im Schlafzimmer seines Hauses erschlagen worden. Obwohl viel Bargeld aus dem Wandtresor gestohlen wurde, deutet die Brutalität des Mordes für die Kommissare auf eine Tat aus Wut oder Hass hin. Seine herzkranke Ehefrau Astrid hat die letzten Tage im Krankenhaus verbracht, weshalb sie als Täterin ausscheidet. Die erwachsenen Kinder Sofie und Patrick wohnen nicht mehr im Haus.

Patrick ist von seiner Familie enttäuscht, die ihm keinen Schutz geboten hat, als er in Schwierigkeiten war. Nach einer Jugendstrafe wegen Raubes mit schwerer Körperverletzung gibt er sich geläutert und sucht anscheinend die Versöhnung mit seiner Familie. Sofies Mann Frank ist in Kosens Recyclingfirma angestellt. Beruflich läuft es für ihn nicht zum Besten. Nach einem Erpressungsversuch wollte ihn sein Schwiegervater aus der Firma werfen. Seine Ehe mit Sofie steht vor dem Aus, weil sie immer mehr zu ihrem Vater hielt als zu ihm. Nach einem verzweifelten Anruf Sofies finden die Kommissare die junge Frau kurz darauf nur noch tot auf. Als die Kommissare ihren Mann Frank verhaften wollen, stoßen sie auf ein weiteres Opfer...

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Bei diesem Tatort handelt es sich um ein Familiendrama mit viel Wut und Hass. Ein lange zurückliegender Todesfall wird Anlass für einen Mord und jede der handelnden Personen hat ihr Päckchen Probleme zu tragen. Da ist Verzweiflung, Resignation. Spaß geht anders.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Die Handlung ist in weiten Teilen glaubwürdig, die vielfach untereinander in Beziehung stehenden Charaktere scheinen aber doch ein wenig arg konstruiert. Regisseur Stefan Kornatz, der auch das Drehbuch zu „Blutschuld“ schrieb, gibt sich viel Mühe, dem Tatort eine raue Atmosphäre zu geben. Es wird geschrien und geschlagen, es fließt viel Blut. Doch gegen die Lethargie, die sich schon seit einiger Zeit unter den Leipziger Ermittlern breitgemacht hat, kommt er nicht an. Dass unter seiner Anleitung großartige Filme entstehen können, hat er zum Beispiel mit den beiden Tatorten "Es ist böse" aus Frankfurt und "Mord auf Langeoog" mit dem Team Thorsten Falke / Katharina Lorenz bewiesen.

Bester Auftritt

Eva Saalfeld trägt wieder 90 Minuten lang ihre bewegungslose Mine durchs Bild, ist betroffen von der ganzen Situation und macht sich Vorwürfe, nicht schnell genug gehandelt zu haben. Kollege Keppler gibt wie immer den stillen, in sich gekehrten Denker, sagt nicht viel und frisst alles in sich hinein.

 

Ein Lichtblick ist - wie eigentlich immer - Uwe Bohm. Regelmäßigen Tatort-Zuschauern ist inzwischen jedoch klar, dass er immer zum Kreis der Hauptverdächtigen gehört, wenn er in einem Tatort mitspielt. Etwas ungeschickt ist auch, dass er erst letzten Sonntag im Bodensee-Tatort "Chateau Mort" zu sehen war. Dafür kann Uwe Bohm nichts. Aber vielleicht sollte die Tatort-Koordinierungsstelle ein wenig besser aufpassen, wer wann wie oft nacheinander den Bösen geben darf.

Was muss man sich merken?

Für Eva Saalfeld und Andreas Keppler ist es der zwanzigste Einsatz am Tatort – und gleichzeitig auch ihr vorletzter. Voraussichtlich Ende April kommt der letzte Leipziger Fall auf den Bildschirm, danach darf ein neues Team in Dresden ermitteln.

Bei den Darstellern ist entsprechend die Luft raus, die Charaktere haben sich schon geraume Zeit nicht mehr weiter entwickelt, Tristesse hat sich breitgemacht. Merken muss man sich also nichts. Nur vielleicht die Erkenntnis, dass die Vorfreude auf das Ende dieser Ermittler-Truppe von Tag zu Tag steigt.

Soll man gucken?

Die Geschichte ist gut, die Inszenierung auch. Nur die Hauptdarsteller nerven, wie jetzt bereits mehrfach erwähnt. Wer also am Sonntagabend noch nichts vorhat, kann sich den Tatort "Blutschuld" ruhig ansehen. Wer ihn nicht sieht, hat aber auch nichts verpasst.

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