Kreuzverhör: Wie gut ist "Willkommen in Hamburg"?

Der neue Tatort-Kommissar in Hamburg heißt Nick Tschiller (Til Schweiger).

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Der neue Tatort-Kommissar in Hamburg heißt Nick Tschiller (Til Schweiger).

Tschiller ist ausgebildeter SEK-Mann und hat lange in Frankfurt gearbeitet.

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Tschiller ist ausgebildeter SEK-Mann und hat lange in Frankfurt gearbeitet.

Um mehr Zeit mit seiner pubertierenden Tochter Lenny verbringen zu können, ist Tschiller nach Hamburg gegangen.

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Um mehr Zeit mit seiner pubertierenden Tochter Lenny verbringen zu können, ist Tschiller nach Hamburg gegangen.

Wenig überraschend hat Til Schweiger seine Tochter Luna auch gleich seine Film-Tochter spielen lassen.

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Wenig überraschend hat Til Schweiger seine Tochter Luna auch gleich seine Film-Tochter spielen lassen.

Der Mann an Nick Tschillers Seite ist Yalcim Gümer (Fahri Yardmin).

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Der Mann an Nick Tschillers Seite ist Yalcim Gümer (Fahri Yardmin).

Yalcim ist ein waschechter Hamburger mit losem Mundwerk und lockeren Sprüchen.

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Yalcim ist ein waschechter Hamburger mit losem Mundwerk und lockeren Sprüchen.

Außerdem in Nick Tschillers Team: Ines Kallwey (Britta Hammelstein)...

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Außerdem in Nick Tschillers Team: Ines Kallwey (Britta Hammelstein)...

...und Holger Petretti (Tim Wilde).

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...und Holger Petretti (Tim Wilde).

Staatsanwältin im neuen Hamburg-Tatort ist Hanna Lennerz (Edita Malovcic).

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Staatsanwältin im neuen Hamburg-Tatort ist Hanna Lennerz (Edita Malovcic).

Die Geschichte von "Willkommen in Hamburg" beginnt mit einer blutigen Aktion.

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Die Geschichte von "Willkommen in Hamburg" beginnt mit einer blutigen Aktion.

Tschiller und sein Team stürmen eine Wohnung und entdecken darin unter anderem die junge Tereza (Nicole Mercedes Müller).

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Tschiller und sein Team stürmen eine Wohnung und entdecken darin unter anderem die junge Tereza (Nicole Mercedes Müller).

Mehr als einmal muss Tschiller sein eigenes Leben riskieren.

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Mehr als einmal muss Tschiller sein eigenes Leben riskieren.

Doch Yalcin wird dabei angeschossen und ist deswegen ans Bett gefesselt.

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Doch Yalcin wird dabei angeschossen und ist deswegen ans Bett gefesselt.

Tereza wird in Yalcins Wohung versteckt, denn die Bande ist ihr und Tschiller dicht auf den Fersen.

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Tereza wird in Yalcins Wohung versteckt, denn die Bande ist ihr und Tschiller dicht auf den Fersen.

Kollegin Ines Kallwey soll die junge Prostituierte bewachen.

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Kollegin Ines Kallwey soll die junge Prostituierte bewachen.

Vom Krankenhaus aus versucht Yalcim währenddessen, seinen Kollegen Nick zu unterstützen.

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Vom Krankenhaus aus versucht Yalcim währenddessen, seinen Kollegen Nick zu unterstützen.

Tschiller jagt die Mädchenhändler durch ganz Hamburg.

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Tschiller jagt die Mädchenhändler durch ganz Hamburg.

Doch Staatsanwältin Hanna Lennerz ist damit nicht ganz einverstanden und zitiert Tschiller in ihr Büro.

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Doch Staatsanwältin Hanna Lennerz ist damit nicht ganz einverstanden und zitiert Tschiller in ihr Büro.

Auch bei seinen Kollegen macht sich der neue Kommissar keine Freunde.

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Auch bei seinen Kollegen macht sich der neue Kommissar keine Freunde.

Doch der Einzelgänger fühlt eine Verantwortung gegenüber den jungen Mädchen...

© NDR/Marion von der Mehden

Doch der Einzelgänger fühlt eine Verantwortung gegenüber den jungen Mädchen...

...denn seine eigene Tochter ist in einem ähnlichen Alter.

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...denn seine eigene Tochter ist in einem ähnlichen Alter.

Tschiller begegnet bei seinen Ermittlungen Max Brenner, einem ehemaligen Polizisten.

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Tschiller begegnet bei seinen Ermittlungen Max Brenner, einem ehemaligen Polizisten.

Was hat Brenner mit der Sache zu tun?

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Was hat Brenner mit der Sache zu tun?

Auf der Baustelle der Elbphilharmonie kommt es zum Showdown.

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Auf der Baustelle der Elbphilharmonie kommt es zum Showdown.
03.03.2013 · von

Wie ist er denn nun, der erste Tatort mit Til Schweiger? Zuviele Leichen? Zu wenig Story? Wir haben "Willkommen in Hamburg" schon gesehen und verraten, ob sich das Einschalten lohnt!

Selten hat man sich einem Tatort mit soviel Ballast im Hinterkopf genähert. All die Diskussionen um Vorspann-Verbesserungen, Namens-Nörgeleien und Schweiger'sche Nuschel-Dialoge lassen sich nicht einfach vergessen, wenn der (altbewährte) Vorspann läuft. Doch "Willkommen in Hamburg", der erste Tatort-Einsatz von Schweigers Figur Nick Tschiller, ist gut. Sehr gut sogar, wenn man lockere Sprüche mag und keinen Wert auf hundertprozentige Realitätsnähe legt.

Worum geht es?

Der neue Tatort aus Hamburg erinnert ein bisschen an den Lindholm-Zweiteiler Ende letzten Jahres: Nick Tschiller (Til Schweiger) und sein Partner Yalcin Gümer (Fahri Yardim) heben einen Frauenhändler-Ring aus, der minderjährige Mädchen aus Osteuropa an reiche Kunden verkauft. Doch bei seinen Vorgesetzten und Staatsanwältin Hanna Lennerz (Edita Malovcic) und der Staatsanwaltschaft stößt Tschillers Erfolg auf wenig Begeisterung, denn der stillschweigende Kiezfrieden zwischen Justiz und der Zuhälter-Bande wurde damit aufgekündigt. Auch Nick Tschillers ehemaliger Partner Max Brenner (Mark Waschke) scheint in der Sache drinzustecken. Daneben muss sich Tschiller auch noch mit seinem Umzug, seiner karrierefreudigen Ex-Frau und seiner pubertierenden Tochter Lenny (Luna Schweiger) herumschlagen.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

"Willkommen in Hamburg" ist knallige Popcorn-Unterhaltung mit jeder Menge Action, Verfolgungsjagden und lockeren Sprüchen. Weil alles ein bisschen "larger than life" (O-Ton Pressetext) ist, tritt auch das ernste Grund-Thema in den Hintergrund. Tschillers Partner Yalcim Gümer sorgt für coole Sprüche, Tschiller ist der harte Hund und lässt nur bei seiner Tochter eine weiche Seite erkennen. Buchstäblich großes Kino, denn nach dem Rezept sind auch unzählige verschiedene Buddy-Cop-Filme aufgebaut. Und für das Tatort-Universum ist es allemal eine Bereicherung!

Ist die Handlung glaubwürdig?

Nein. Die meisten Figuren sind recht eindimensional und schemenhaft gezeichnet, und die Action ist in bester James-Bond-Manier übertrieben und unrealistisch. Auch die Logik ist nicht immer ganz nachvollziehbar, einige Wendungen und Zufälle sind arg konstruiert. Besonders sinnfrei ist die Szene in der Elbphilharmonie: Wir bekommen zwar einen Einblick in die Baustelle und einen schönen Ausblick über Hamburg, doch warum die Protagonisten grade dort hingekommen sind, bleibt vollkommen schleierhaft.

Bester Auftritt

Der eigentliche Star im neuen Hamburg-Tatort ist Fahri Yardim als Yalcim Gümer. Mit Kodderschnauze und jeder Menge Humor haut der Computer-Spezialist an Tschillers Seite einen Spruch nach dem anderen raus. Davon wollen wir unbedingt mehr sehen! 

Außerdem zeigen Til Schweiger und "Willkommen in Hamburg" eine nie geahnte Dimension der Selbstironie. Was auch immer im Vorfeld in den Medien heiß diskutiert wurde, wird im Film selber aufgegriffen und durch den Kakao gezogen: "Name?" - "Tschiller!" - "Wie der Dichter?" - "Welcher Dichter?"- "Na, Die Glocke und so..." - "Nein, Tschiller mit T. Ich nuschel ein bisschen...". Weltklasse!

Was muss man sich merken?

Eigentlich nicht viel. Lose Enden, die in Zukunft wieder aufgegriffen werden müssen oder können, gibt es kaum. Tschillers Privatleben mit Tochter und Ex-Frau bietet sicherlich noch den einen oder anderen Aufhänger, bei nur einem Hamburg-Tatort im Jahr dauert es aber ohnehin noch, bis wir Til Schweiger wieder sehen. Dass es auch eine dunkle Seite des neuen Hamburger Ermittlers gibt, wird nur ganz vorsichtig angedeutet.

Wie greift Günther Jauch den Tatort anschließend auf?

Wenn nicht der gefühlt 18. Lebensmittel-/Fleisch-/Futtermittelskandal dieses noch jungen Jahres dazwischen kommt und auch in der FDP alle die Hände bei sich behalten, bietet sich doch eigentlich eine Diskussionsrunde zum Thema "Institution Tatort" an. Da sitzen dann Lena Odenthal, Klara Blum, Frank Thiel und Klaus Borowski im Gasometer und dürfen ihre Sicht der Dinge darlegen. Während Odenthal sich über jede Neuerscheinung der letzten 20 Jahre ereifert, hört ihr Klara Blum entrückt zu und wünscht sich ans idyllische Ufer des Bodensees zurück. Frank Thiel sitzt mit St. Pauli-Shirt, Kippe und Astra-Dose daneben und versucht der Runde ein bisschen Schwung zu verleihen. Borowski hat außer "Ich höre!" ganz zu Anfang noch nichts gesagt, brabbelt aber nachdenklich vor sich hin. Und irgendwann kommt Til Schweiger mit einem Automatik-Gewehr und schieß sich den Weg in die Runde frei....waaas? Oh, eingeschlafen und schlecht geträumt. In Wirklichkeit sitzen doch nur wieder die üblichen Nasen bei Jauch. Diskussionen zum Tatort wird es aber auch am Montag noch mehr als genug geben...

Soweit also die "wichtigsten" Fragen und Antworten zum neuen Tatort. Wer mit Til Schweigers Tatort-Debüt "Willkommen in Hamburg" die Traditionen und Konventionen der Reihe aufgeweicht sieht, sollte sich nicht nur die großen Unterschiede im Tatort-Universum vor Augen führen, sondern auch einmal 30 Jahre zurück denken. Damals wurde die Reihe der Mantel tragenden und Fragen stellenden Biedermännern im Tatort um einen unflätigen Proleten erweitert, der seinerzeit den Unmut der Zuschauer und der echten Polizei auf sich zog. Heut jedoch gilt Götz George alias Horst Schimanski als einer der erfolgreichsten Tatort-Kommissare und landet in den Beliebtheits-Ranglisten regelmäßig ganz weit vorne. Sein erstes Wort im Tatort "Duisburg-Ruhrort" war übrigens "Scheiße!", während Nick Tschiller als Erstes ein herzhaftes "Fuck!" loslässt. Der Tatort geht eben mit der Zeit.

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