Kreuzverhör Tatort Saarbrücken: Zuschauers Alptraum

Während Lisa Marx (Elisabeth Brück) zur Knarre greift, nimmt Pazifist Stellbrink (Devid Striesow) lieber eine...Taschenlampe. Nunja.

© SR/Manuela Meyer

Während Lisa Marx (Elisabeth Brück) zur Knarre greift, nimmt Pazifist Stellbrink (Devid Striesow) lieber eine...Taschenlampe. Nunja.

Nein, das ist nicht der Drehbuchautor, der hier ins Wasser geschmissen wird, sondern Sven Haasberger (Markus Hoffmann).

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Nein, das ist nicht der Drehbuchautor, der hier ins Wasser geschmissen wird, sondern Sven Haasberger (Markus Hoffmann).

Wenig später liegt Haasberger im Koma und wird von Tochter, Freundin und Ex-Frau betrauert.

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Wenig später liegt Haasberger im Koma und wird von Tochter, Freundin und Ex-Frau betrauert.

Stellbrink und Marx kriegen Hinweise, dass Haasberger möglicherweise Kinder sexuell belästigt hat.

© SR/Manuela Meyer

Stellbrink und Marx kriegen Hinweise, dass Haasberger möglicherweise Kinder sexuell belästigt hat.

Der Polizei-Teddy hilft bei der Befragung der Kinder - und zur Belohnung gibt es ein Plüschtier.

© SR/Manuela Meyer

Der Polizei-Teddy hilft bei der Befragung der Kinder - und zur Belohnung gibt es ein Plüschtier.

Damit auch alle mitkommen, wird regelmäßig im fabrikähnlichen Präsidium die Lage durchgekaut.

© SR/Manuela Meyer

Damit auch alle mitkommen, wird regelmäßig im fabrikähnlichen Präsidium die Lage durchgekaut.

Haasbergers Tochter und Ex-Frau hausen im Hinterzimmer einer Wäscherei.

© SR/Manuela Meyer

Haasbergers Tochter und Ex-Frau hausen im Hinterzimmer einer Wäscherei.

Vor allem Tochter Anna macht der drohende Tod des Vaters zu schaffen.

© SR/Manuela Meyer

Vor allem Tochter Anna macht der drohende Tod des Vaters zu schaffen.

Statt an Staatsanwältin Dubois müssen sich Stellbrink und Marx diesmal an Staatssekretärin Seitz-Ehrmann (Mélanie Fouché) halten.

© SR/Manuela Meyer

Statt an Staatsanwältin Dubois müssen sich Stellbrink und Marx diesmal an Staatssekretärin Seitz-Ehrmann (Mélanie Fouché) halten.

Deren Söhne Jonas (Jonas Schlagowsky) und Ben (Iason Becker) scheinen etwas mit dem Angriff zu tun zu haben.

© SR/Manuela Meyer

Deren Söhne Jonas (Jonas Schlagowsky) und Ben (Iason Becker) scheinen etwas mit dem Angriff zu tun zu haben.

Mit geschmackvoller Trainingshose verhört es sich gleich viel bequemer.

© SR/Manuela Meyer

Mit geschmackvoller Trainingshose verhört es sich gleich viel bequemer.

Auch Margot Müller (Silvia Bervingas), der Lichtblick der ersten Folge, ist wieder dabei. Wirklich helfen kann sie aber auch nicht.

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Auch Margot Müller (Silvia Bervingas), der Lichtblick der ersten Folge, ist wieder dabei. Wirklich helfen kann sie aber auch nicht.
23.01.2014 · von

Man soll ja immer mit etwas Positivem beginnen. Für den neuen Tatort aus Saarbrücken können wir dabei die namhaften Schauspieler sowie Regisseur Hannu Salonen anführen, den wir letztlich jedoch lieber für großartige Borowski-Tatorte im Gedächtnis behalten als für die beiden letzten Vollkatastrophen aus dem Saarland. Im neuen Fall "Adams Alptraum" hat man immerhin auf die krampfhaften Genre-Parodien verzichtet, und die legendäre Margot Müller aus dem ersten Fall feiert ihr Comeback. Damit hätten sich die Pluspunkte aber dann auch schon erschöpft…

Worum geht’s?

Erst ausgezeichnet, dann zusammengeschlagen: Kurz nachdem Schwimmtrainer Sven Haasberger (Markus Hoffmann) einen Preis für seine Jugendarbeit bekommt, wird er in einer Seitenstraße von einer Horde Vermummter ins Koma geprügelt. Jens Stellbrink (wieder in Trainingshose: Devid Striesow) und Lisa Marx (Elisabeth Brück) erfahren, dass Haasberger mit Kindesmissbrauch in Verbindung gebracht wird.

War der allseits beliebte Schwimmtrainer hinter der Fassade ein Pädophiler? Ex-Frau, Geliebte, Tochter und Stiefsohn können das nicht glauben. Doch die Schläger wurden offenbar im Internet von einem geheimnisvollen Drahtzieher aufgehetzt und organisiert.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Dem Kasper-Kommissar Stellbrink einen Fall mit Kindesmissbrauch zu geben, ist ein voraussehbarer Griff ins Klo. Die hölzern aufgesagten Texte und das laienhafte Spiel passen so gar nicht zum streckenweise ernsten Inhalt, so dass einem häufig das Lachen im Hals stecken bleibt.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Wer die ersten beiden Einsätze von Jens Stellbrink gesehen hat, für den erledigt sich diese Frage von selbst. Fast alle Szenen wirken gestelzt und verkrampft, die einzelnen Ermittlungsschritte werden umständlich und auf niedrigstem Niveau erklärt (Sven Haasbergers Laptop wird vom Schreibtisch geklaut und hinterlässt dort einen auffälligen Staubabdruck, damit Kommissar und Zuschauer wissen "Aha, Laptop ist geklaut!"; anschließend fischt jemand einen Laptop mit Aufkleber vom Schwimmverein und großflächigem "Sven"-Namensschild aus der Saar...wem der wohl gehören mag?) Und wer das noch nicht verstanden hat, für den gibt es am Ende nochmal ein ausführliches Erklärstück im Polizeipräsidium, bei dem in bester Derrick-Manier alles detailliert widergekäut wird. Vermutlich auch, damit die Schauspieler selber die hanbüchene Story verstehen.

Bester Auftritt

Aus Respekt vor anderen Tatort-Darstellern lassen wir diese Frage unbeantwortet. Es ist und bleibt ein Rätsel, wie gestandene Schauspieler vom Schlage eines Devid Striesow oder einer Elisabeth Brück dermaßen unter ihren Möglichkeiten bleiben können. Theater-Star Brück scheint bei einigen Textzeilen körperliche Schmerzen zu haben, und auch der Auftritt von Detektiv-Oma Margot Müller (Silvia Bervingas) wirkt wie nachträglich hineingeschnitten. Die Staatsanwältin Nicole Dubois (Sandra Steinbach) darf übrigens nur noch vereinzelt etwas sagen. Man lernt also auch in Saarbrücken dazu.

Was muss man sich merken?

Konnte man sich über die ersten beiden Stellbrink-Tatorte noch hemmungslos lustig machen, macht das Thema Kindesmissbrauch in "Adams Alptraum" selbst diesem Vergnügen ein Ende. Auch als eingefleischter Tatort-Fan überlegt man sich in Sachen SR-Tatort besser gründlich, ob man sich das wirklich antun will.

Soll man gucken?

Ganz klar: Nein! Wer unbedingt etwas aus Saarbrücken sehen will, schaut lieber einen alten Tatort mit Kappl und Deininger, zur Not auch mit Palü. "Adams Alptraum" ist weder dem Namen Tatort noch dem prominenten Sendeplatz würdig und sollte besser "Zuschauers Alptraum" heißen. Die nächsten zwei Tatorte mit Jens Stellbrink sind schon abgedreht – doch wer auf allmähliche Besserung hoffte, sieht nach dieser Folge schwarz.

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