Kreuzverhör Tatort Berlin: Früher war er mal cool

Im Tatort "Grosser schwarzer Vogel" ist Dominic Raacke zum letzten Mal als Kommissar Till Ritter zu sehen.

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Im Tatort "Grosser schwarzer Vogel" ist Dominic Raacke zum letzten Mal als Kommissar Till Ritter zu sehen.

Ein kleiner Junge kommt ums Leben, als eine Briefbombe zu früh explodiert.

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Ein kleiner Junge kommt ums Leben, als eine Briefbombe zu früh explodiert.

Eigentliches Ziel des Anschlages waren Nico Lohmann (Florian Panzer, l.) und seine schwangere Freundin Anne (Klara Manzel).

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Eigentliches Ziel des Anschlages waren Nico Lohmann (Florian Panzer, l.) und seine schwangere Freundin Anne (Klara Manzel).

Lohmann ist im Radio als nächtlicher Seelenklempner zu hören.

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Lohmann ist im Radio als nächtlicher Seelenklempner zu hören.

Der ehemalige Leistungssportler musste nach einem Unfall seine Schwimm-Karriere beenden.

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Der ehemalige Leistungssportler musste nach einem Unfall seine Schwimm-Karriere beenden.

Bei Lohmanns Unfall kamen vor Jahren eine Frau und ihre Tochter ums Leben.

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Bei Lohmanns Unfall kamen vor Jahren eine Frau und ihre Tochter ums Leben.

Ist der Anschlag eine Rache-Aktion des Witwers (Peter Schneider)?

© rbb/Conny Klein

Ist der Anschlag eine Rache-Aktion des Witwers (Peter Schneider)?

Obwohl Lohmann ein Kind erwartet, trifft er sich regelmäßig mit seiner Ex-Freundin Henriette (Julia Koschitz).

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Obwohl Lohmann ein Kind erwartet, trifft er sich regelmäßig mit seiner Ex-Freundin Henriette (Julia Koschitz).

Will die Kindergärtnerin das neue Glück von Lohmann zerstören?

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Will die Kindergärtnerin das neue Glück von Lohmann zerstören?

Auch Lohmanns Vater hätte ein Motiv: Er hat seinen Sohn früher trainiert und kommt mit dessen neuem Leben nicht klar.

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Auch Lohmanns Vater hätte ein Motiv: Er hat seinen Sohn früher trainiert und kommt mit dessen neuem Leben nicht klar.

Schon früher hat der Radio-Moderator Drohungen bekommen.

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Schon früher hat der Radio-Moderator Drohungen bekommen.

Der Ehemann einer Anruferin hatte Lohmann bedroht, nachdem seine Frau öffentlich über die kaputte Ehe gesprochen hatte.

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Der Ehemann einer Anruferin hatte Lohmann bedroht, nachdem seine Frau öffentlich über die kaputte Ehe gesprochen hatte.

Beim Verhör begegnen sich zuerst Lohmann und der Witwer der Unfallopfer...

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Beim Verhör begegnen sich zuerst Lohmann und der Witwer der Unfallopfer...

...und dann Freundin und Ex-Freundin des Moderators.

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...und dann Freundin und Ex-Freundin des Moderators.

Aber was haben die Krähen damit zu tun?

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Aber was haben die Krähen damit zu tun?
06.02.2014 · von

Letzter Einsatz für Dominic Raacke als Berliner Tatort-Kommissar Till Ritter. Doch weil sein Ausstieg erst nach Abschluss der Dreharbeiten feststand, gibt es keine große Abschieds-Szene. Ansonsten liefert "Großer schwarzer Vogel" eine recht überschaubare Geschichte zum Miträtseln. Keine Sternstunde, aber solide Unterhaltung.

Worum geht’s?

Zu Beginn braucht man ein bisschen, um sich unter den zahlreichen Personen zurechtzufinden: Der ehemalige Schwimm-Star Nico Lohmann (Florian Panzer) musste nach einem Unfall die Karriere beenden und ist jetzt Radiomoderator. Der Domian-Verschnitt erwartet mit seiner Freundin ein Kind, als eine Bombe vor der Haustür explodiert. Getötet wird dabei jedoch ein zufällig vorbeilaufender Junge.

Motive für den Anschlag finden Till Ritter (der irgendwie Dieter Hallervorden immer ähnlicher werdende Dominic Raacke) und Felix Stark (gewohnt leidend und traurig dreinschauend: Boris Aljinovic) reichlich. War es Lohmanns Ex-Freundin Henriette (Julia Koschitz), die Lohmann hin und wieder heimlich trifft? Oder war es Ulrich Kastner (Peter Schneider), dessen Frau und Tochter bei Lohmanns Unfall ums Leben kamen? Auch noch im Rennen: Ein gehörnter Ehemann, dessen Frau sich in Lohmanns Show öffentlich ausgeheult hat, sowie Lohmanns Vater, der den Sprössling einst in bester Peter-Graf-Manier trainierte und triezte. Und alle haben einen dunklen Fleck in ihrer Vergangenheit, der sie bis heute belastet. Reichlich Auswahl, sowohl für die Zuschauer als auch für die Kommissare.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Die beste Nachricht zuerst: Das Internet ist in diesem Tatort mal nicht schuld. Auch wenn immer mal wieder die Befürchtung hochkommt, die Story könnte sich halbgar an einem dankbaren Problemfeld abarbeiten, bleibt "Großer schwarzer Vogel" im Rahmen. Es geht um die Beziehungen der Figuren untereinander, nicht mehr und nicht weniger. Die Überraschungsmomente bleiben jedoch klein, das meiste lässt sich erahnen.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Wie immer, wenn viele Geschichten in 90 Minuten erzählt werden müssen, bleibt das eine oder andere Logik-Loch nicht aus. Im Großen und Ganzen kann man jedoch bei "Großer schwarzer Vogel" nicht meckern. Allenfalls die bei "Casino Royale" abgeschaute und mit den beschränkten öffentlich-rechtlichen Mitteln dann skurril anmutende Verfolgungsjagd auf der Baustelle wirkt wie gewollt und nicht gekonnt. Und: Was der Titel und die häufig zu sehenden Krähen mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, bleibt schleierhaft.

Bester Auftritt

Neben den etwas gelangweilt wirkenden Hauptdarstellern sticht vor allem Julia Koschitz als Kindergärtnerin Henriette hervor. Scheinbar ohne großen Aufwand kommt sie natürlich und glaubhaft rüber, sowas würden wir gerne öfter sehen! Dominic Raacke hingegen bleibt bei seiner Abschiedsvorstellung glanzlos. Vom alten Großstadt-Cowboy, der Ritter einmal war, ist nicht mehr viel übrig. Selbst die Lederjacke wirkt eher wie aus der Senioren-Abteilung als aus der Rocker-Ecke. Da wundert es auch nicht mehr, dass Raacke nach Bekanntwerden des Endes keine Lust mehr auf den Tatort hatte.

Was muss man sich merken?

Etwa unmotiviert wird ein Schlafproblem von Till Ritter am Rande erwähnt – vielleicht der Dreh, mit dem die Autoren beim nächsten Tatort aus Berlin erklären, wo Ritter abgeblieben ist und warum Stark alleine weiter ermittelt? Aber ausser ein paar Gähn-Anfällen wird auch das nicht weiter ausgewälzt. Überhaupt konzentriert sich dieser Tatort wie auch die Kommissare auf den Fall - es gibt schließlich genug zu tun.

Soll man gucken?

Eigentlich hat "Großer schwarzer Vogel" alles, was einen soliden Unterhaltungs-Krimi ausmacht. Wer über die eine oder andere Länge und Logik-Lücken hinweg sehen kann, macht damit nichts falsch. Und alleine als Abschied für den ergrauten Cowboy Till Ritter sollte man einschalten – der war nämlich früher mal cool!

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