Kreuzverhör: Neuer Leipzig-Tatort "Schwarzer Afghane"

Andreas Keppler (Martin Wuttke) hat im neuen Leipzig-Tatort "Schwarzer Afghane" jede Menge am Hals.

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Andreas Keppler (Martin Wuttke) hat im neuen Leipzig-Tatort "Schwarzer Afghane" jede Menge am Hals.

Ein verbrannter Mann führt Keppler und Eva Saalfeld (Simone Thomalla) zu einem Deutsch-Afghanischen Verein.

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Ein verbrannter Mann führt Keppler und Eva Saalfeld (Simone Thomalla) zu einem Deutsch-Afghanischen Verein.

Saalfeld und Keppler forschen im Umfeld des Opfers nach Motiven und Verdächtigen.

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Saalfeld und Keppler forschen im Umfeld des Opfers nach Motiven und Verdächtigen.

Spediteur Norbert Müller (Sylvester Groth) hat scheinbar nur die besten Absichten...oder doch nicht?

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Spediteur Norbert Müller (Sylvester Groth) hat scheinbar nur die besten Absichten...oder doch nicht?

Deniz Ghubar (Kostja Ullmann) scheint der Schlüssel zu sein, doch der taucht ab.

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Deniz Ghubar (Kostja Ullmann) scheint der Schlüssel zu sein, doch der taucht ab.

Auch Müllers halb-afghanische Tochter Mette (Haley Louise Jones) ist in den Fall verwickelt.

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Auch Müllers halb-afghanische Tochter Mette (Haley Louise Jones) ist in den Fall verwickelt.

Hatte das Opfer ein Verhältnis mit der Professorin Ina Feuerbach (Margrit Sartorius)?

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Hatte das Opfer ein Verhältnis mit der Professorin Ina Feuerbach (Margrit Sartorius)?

Saalfeld und Keppler können sich noch keinen Reim machen, wie die Zeugen zusammenhängen.

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Saalfeld und Keppler können sich noch keinen Reim machen, wie die Zeugen zusammenhängen.

Mette bittet ihren Vater, seine Beziehungen spielen zu lassen.

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Mette bittet ihren Vater, seine Beziehungen spielen zu lassen.

Eva Saalfeld versucht herauszufinden, wer der Unbekannte ist, der am Tatort zu sehen war.

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Eva Saalfeld versucht herauszufinden, wer der Unbekannte ist, der am Tatort zu sehen war.

Der frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte Keppler muss vollen Einsatz zeigen.

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Der frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte Keppler muss vollen Einsatz zeigen.

Mitten auf einem Feld ging das Opfer in Flammen auf.

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Mitten auf einem Feld ging das Opfer in Flammen auf.

Diese beiden dürfte mehr interessieren, dass auch Drogen-Schmuggel eine Rolle spielt.

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Diese beiden dürfte mehr interessieren, dass auch Drogen-Schmuggel eine Rolle spielt.
14.03.2013 · von

Wer hat sich bloß diesen Titel ausgedacht? Einen Film um verbrannte afghanische Einwanderer und geschmuggelte Drogen „Schwarzer Afghane“ zu nennen, ist ungefähr so einfallsreich wie Simone Thomallas Gesichtsausdruck. Und sonst so?

Worum geht’s?

Ein Mann fängt plötzlich Feuer und verbrennt. Er kam aus einem deutsch-afghanischen Freundschaftszentrum, in dem große Mengen Drogen gelagert wurden. Als die Leipziger Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) das Umfeld des Opfers unter die Lupe nehmen stoßen sie auf militärisches Gerät, Menschenschmuggler und windige Geschäftsleute. Außerdem macht ihnen ein mysteriöser Fremder, der immer wieder an den Brennpunkten auftaucht, das Leben schwer.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Der neue Tatort aus Leipzig macht ein Riesen-Fass auf: Von afghanischer Geschichte über die Rolle der Deutschen in dem Land bis hin zu den Problemen afghanischer Einwanderer wird so ziemlich jedes sich bietende Problem angerissen. Vermengt wird das Ganze mit relativ plumpen Klischees von Terroristen und Drogen-Schmugglern. Der Moral-Keule kann man also kaum ausweichen, dementsprechend wenig gibt es zu lachen.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Naja. Die Figuren wirken allesamt deutlich überzeichnet und einige Zufälle in der Ermittlungsarbeit sind dann doch zu groß. Eine Hausnummer kleiner, ein Problemchen weniger hätte es an vielen Stellen auch getan, das hätte den Tatort „Schwarzer Afghane“ an sich runder gemacht. Trotzdem eine halbwegs solide Nummer, doch Begeisterungsstürme wird dieser Leipzig-Tatort nicht ernten.

Bester Auftritt

Gibt es kaum. Allenfalls Kepplers dandyhafte Aufmachung (inklusive Blick auf den struppigen Brustbewuchs) ist hervorzuheben, ansonsten trägt Simone Thomalla ihren einzigen, festgetackerten Gesichtsausdruck spazieren. Was so ein MDR-Drehbuchschreiber unter Humor versteht, lässt sich aber schon ganz zu Anfang abschließend feststellen: Der Mann beim Zoll heißt "Herr Zöllner" (hahaha!) und die Kiffer sehen aus, wie sich pensionierte Beamte Kiffer vorstellen.

Was muss man sich merken?

Wenig. Das Privatleben der beiden Kommissare wird - abgesehen von Kepplers Koffer-Problem - kaum angerissen, auch Seitenhiebe auf die gemeinsame Ehe-Vergangenheit bleiben rar. Wer „Schwarzer Afghane“ verpasst, kann also beim nächsten Tatort aus Leipzig problemlos wieder einsteigen.

Wie greift Günther Jauch den Tatort anschließend auf?

Sofern kein frisch gewählter Papst dazwischen kommt, kann Günther Jauch diesen vom Tatort vorbereiteten Elfmeter garantiert sicher verwandelt. Anlässe gibt es genug: Zehn Jahre Einsatz in Afghanistan und die aktuelle Debatte um deutsche Auslandseinsätze lassen sich vortrefflich diskutieren. Aber wer zum Thema „Managergehälter“ einen Carsten Maschmeyer einlädt, dem ist auch zuzutrauen, diesen Elfmeter gnadenlos zu versemmeln.

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