Kölner Tatort "Der Fall Reinhardt" im Kreuzverhör

Schlimmer Fall für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, links) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, Mitte). Bei einem Brand...

© WDR/Uwe Stratmann

Schlimmer Fall für Max Ballauf (Klaus J. Behrendt, links) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, Mitte). Bei einem Brand...

...in einem Kölner Haus kamen drei Kinder ums Leben. Fieberhaft suchen die Ermittler nach dem Brandstifter. Unterstützt werden sie dabei...

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...in einem Kölner Haus kamen drei Kinder ums Leben. Fieberhaft suchen die Ermittler nach dem Brandstifter. Unterstützt werden sie dabei...

...von Brandermittler Uwe Schatz (Roland Silbernagl). Und tatsächlich kann die Polizei relativ schnell einen Verdächtigen ermitteln.

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...von Brandermittler Uwe Schatz (Roland Silbernagl). Und tatsächlich kann die Polizei relativ schnell einen Verdächtigen ermitteln.

Schulhausmeister Detlev Heller (Steffen Schortie Scheumann) wurde gesehen, wie er mehrere Benzinkanister kaufte. War er der Täter?

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Schulhausmeister Detlev Heller (Steffen Schortie Scheumann) wurde gesehen, wie er mehrere Benzinkanister kaufte. War er der Täter?

Die Mutter der drei toten Kinder, Karen Reinhardt (Susanne Wolff), steht vollkommen unter Schock und kann sich an nichts mehr erinnern.

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Die Mutter der drei toten Kinder, Karen Reinhardt (Susanne Wolff), steht vollkommen unter Schock und kann sich an nichts mehr erinnern.

In der Brandnacht rief sie lautstark nach ihrem Mann, doch den hat seit zwei Jahren niemand mehr gesehen.

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In der Brandnacht rief sie lautstark nach ihrem Mann, doch den hat seit zwei Jahren niemand mehr gesehen.

Ballauf und Schenk wollen Karen Reinhard unbedingt verhören, doch Kriminalpsychologe Dr. Bernd Reiche (Peter Benedict) hindert sie daran.

© WDR/Uwe Stratmann

Ballauf und Schenk wollen Karen Reinhard unbedingt verhören, doch Kriminalpsychologe Dr. Bernd Reiche (Peter Benedict) hindert sie daran.

Im Präsidium versucht der neue Assistent Tobias Reisser (Patrick Abozen) unterdessen, den verschollenen Vater ausfindig zu machen.

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Im Präsidium versucht der neue Assistent Tobias Reisser (Patrick Abozen) unterdessen, den verschollenen Vater ausfindig zu machen.

Und tatsächlich findet er Gerald Reinhardt (Ben Becker) in Holland. Was hat er mit der Tat zu tun? War er zur Tatzeit wirklich im Ausland?

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Und tatsächlich findet er Gerald Reinhardt (Ben Becker) in Holland. Was hat er mit der Tat zu tun? War er zur Tatzeit wirklich im Ausland?
20.03.2014 · von

Neuer Einsatz für die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk am Tatort Köln. In "Der Fall Reinhardt" bekommen sie es mit Feuer, Amnesie und gescheiterter Existenz zu tun. Für Ballauf und Schenk, die immer noch dabei sind, den Tod ihrer Assistentin Franziska zu verdauen, ist dies einer der schlimmsten Fälle ihrer Karriere.

Worum geht's?

Köln kommt nicht zur Ruhe: Eine Serie von Brandanschlägen hält die Stadt in Atem, doch jetzt gibt es die ersten Todesopfer zu beklagen. In einem vollkommen ausgebrannten Haus kamen drei Kinder ums Leben. Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) brauchen einen schnellen Fahndungserfolg, denn die Abstände zwischen den Brandanschlägen werden immer kürzer.

Am Tatort treffen die Kommissare die unter Schock stehende Mutter Karen Reinhardt (Susanne Wolff). Sie hat eine leichte Rauchvergiftung, sonst aber keine Verletzungen. Dass ihre Kinder den Brand nicht überlebt haben, will sie nicht wahrhaben. Sie ruft lautstark nach ihrem Mann, doch von Gerald Reinhardt (Ben Becker) fehlt jede Spur. Nachbarn sagen, er sei bei der Firma Cologne Airtech als Luftfahrtingenieur beschäftigt. Doch die Ermittlungen ergeben: Hier wurde ihm bereits vor zwei Jahren gekündigt...

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Bei einer Serie von Brandstiftungen und toten Kindern geht es eindeutig nicht um Spaß. Die Szenerie ist düster und bedrückend, der Fall geht den beiden Hauptkommissaren Ballauf und Schenk sichtbar an die Nieren. Fahle Farben, kein Scherz, kein Lachen. Und dann die hysterische Mutter, geschockt und vollkommen neben sich, die sich an das Geschehene nicht erinnern kann oder will. Der Vater eine gescheiterte Existenz, abgehauen vor Familie und Verantwortung, heruntergekommen und verlogen. Auch wenn es sich jetzt wie der Garant für einen depressiven Abend anhört - der Tatort bleibt bis zur letzten Minute hochspannend und nimmt die eine oder andere überraschende Wendung.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Das kann auch in der Realität passieren: ein Brandstifter treibt sein Unwesen und der Abstand zwischen seinen Taten wird immer kürzer. Er findet Befriedigung in seinem Tun und muss immer schneller weitermachen. Irgendwann gibt es dann unweigerlich die ersten Todesopfer. Eine fürchterliche Vorstellung, doch glaubwürdig. Es gibt auch Übertreibungen in diesem Film und einige Figuren sind vielleicht etwas überzeichnet. Doch alles in allem ein sehr stimmiger Tatort.

Bester Auftritt?

Die Hauptdarsteller spielen solide, aber nicht herausragend. Ohnehin werden Ermittler, die schon so lange im Einsatz sind (Ballauf und Schenk ermitteln schon seit 1997 am Tatort Köln), häufig zu Konstanten in der Handlung, die die Fäden zusammenhalten, von denen man aber keine großen Überraschungen mehr erwartet. Leben in die Bude kommt von den Nebendarstellern, wie zum Beispiel beim legendären Einsatz von Fabian Hinrichs als "Gisbert" im Münchner Tatort "Der tiefe Schlaf".

 

Auch bei "Der Fall Reinhardt" sind es die Nebenfiguren, die überzeugen: Susanne Wolff als Karen Reinhardt nimmt man die unter Schock stehende, die Wirklichkeit verdrängende Mutter sofort ab und leidet mit ihr. Auch Altmeister Ben Becker als Gerald Reinhardt spielt großartig. Hoffentlich sehen wir ihn bald mal wieder in einem Tatort - vielleicht zusammen mit seiner Schwester Meret Becker, die die neue Hauptrolle am Tatort Berlin übernimmt?

Was muss man sich merken?

Seit dem Film-Tod ihrer langjährigen Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) in der letzten Folge ("Franziska") müssen sich die Kölner Kommissare mit Aushilfs-Assistenten herumschlagen. Dieses Mal wird ihnen Tobias Reisser (Patrick Abozen) an die Seite gestellt, der das Team mit Einsatzbereitschaft und vorausschauendem Handeln beeindruckt. Trotzdem fremdeln beide Seite noch miteinander. Ob sein Einsatz beim Tatort Köln von Dauern sein wird, steht noch nicht fest.

Soll man gucken?

Unbedingt. Köln gilt ja seit Jahren als Bank für gute Tatorte, nicht nur wegen der beliebten Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Das Produktionsteam vom WDR hat in der Vergangenheit ein glückliches Händchen bei der Auswahl der Drehbücher bewiesen und auch bei der sonstigen Mannschaft (Nebendarsteller, Regie, Kamera) fast alles richtig gemacht. Ein Wort der Warnung soll allerdings nicht unerwähnt bleiben: Wer einen schwachen Magen hat, sollte sich die ersten zehn Minuten lieber nicht ansehen. Kinder als Brandopfer sind schon harter Tobak.

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