"Kälter als der Tod": Da geht noch mehr

"Kälter als der Tod": Am Tatort Frankfurt treten Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) ihren Dienst an.

© HR/Benjamin Knabe

"Kälter als der Tod": Am Tatort Frankfurt treten Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) ihren Dienst an.

Familie Sanders ist in ihrem Haus ermordet worden, vom Täter fehlt jede Spur.

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Familie Sanders ist in ihrem Haus ermordet worden, vom Täter fehlt jede Spur.

Nur Tochter Jule (Charleen Deetz) und Nachhilfe-Lehrerin Miranda (Emily Cox) haben überlebt und werden in einem Keller gefangen gehalten.

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Nur Tochter Jule (Charleen Deetz) und Nachhilfe-Lehrerin Miranda (Emily Cox) haben überlebt und werden in einem Keller gefangen gehalten.

Ohne sich zu kennen, müssen Brix und Janneke den brisanten Fall lösen.

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Ohne sich zu kennen, müssen Brix und Janneke den brisanten Fall lösen.

Anna Janneke ist aus Berlin nach Frankfurt gekommen, nach vielen Jahren als Polizeipsychologin will sie nun selber ermitteln.

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Anna Janneke ist aus Berlin nach Frankfurt gekommen, nach vielen Jahren als Polizeipsychologin will sie nun selber ermitteln.

Paul Brix hingegen kennt sich in der Stadt aus. Er ist eigentlich "Straßenhund von der Sitte" und frisch zur Mordkommission gewechselt.

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Paul Brix hingegen kennt sich in der Stadt aus. Er ist eigentlich "Straßenhund von der Sitte" und frisch zur Mordkommission gewechselt.

Als sie Miranda und Jule endlich gefunden haben wird klar: Die beiden Mädchen haben jede Menge Geheimnisse.

© HR/Benjamin Knabe

Als sie Miranda und Jule endlich gefunden haben wird klar: Die beiden Mädchen haben jede Menge Geheimnisse.

Martin Kern (Roman Knizka), ein alter Widersacher von Brix, ist mit der Schwester der ermordeten Frau Sanders verheiratet. Hat der schmierige Arzt seine Finger im Spiel?

© HR/Benjamin Knabe

Martin Kern (Roman Knizka), ein alter Widersacher von Brix, ist mit der Schwester der ermordeten Frau Sanders verheiratet. Hat der schmierige Arzt seine Finger im Spiel?

Ein durchwachsener Auftakt für das neue Frankfurter Team, die Schauspieler wirken noch nicht ganz angekommen in ihren Rollen.

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Ein durchwachsener Auftakt für das neue Frankfurter Team, die Schauspieler wirken noch nicht ganz angekommen in ihren Rollen.
18.05.2015 · von

Im Gegensatz zu einigen anderen Sendern ist man sich beim Hessischen Rundfunk ganz offensichtlich der Bedeutung des Tatorts bewusst: Hochwertige (statt namhafte) Regisseure und Drehbuch-Autoren, der Mut zu experimentieren und tolle Schauspieler. Die Highlights werden sogar im Anschluss in der "Tatort-Show" im Internet kommentiert und besprochen - da können andere Sender viel von lernen. Nach dem Ende der Ära Król war man gezwungen, den Frankfurter Tatort neu aufzubauen, "Kälter als der Tod" war nun der erste Fall für das Gespann Janneke/Brix.

Quotenmäßig wie immer ein Erfolg (9,89 Millionen Zuschauer, 28,4% Marktanteil), doch die Reaktionen waren äußerst durchmischt. Das Problem: Es gab von allem zu viel. Nach dem vielversprechenden Anfang verlor sich die Handlung irgendwann zwischen lesbischer Teenager-Liebelei, Erbstreitigkeiten, dementen oder perversen Senioren und dem mord-freudigen Arzt (Roman Knizka). Cinematografisch war dann die Auflösung am Ende, als Brix (Wolfram Koch) und Janneke (Margarita Broich) in die Szenen der Rückblende eintauchen, ein sehenswertes Highlight - inhaltlich war die "Halbschwester/Tante sucht Mutter und liebt deren Tochter"-Geschichte jedoch mehr "Verbotene Liebe" als Tatort. Dagegen war der gestörte Postbote nach Kieler Vorbild (Sebastian Schwarz) noch herrlich normal.

Graue Haare statt Jugendwahn

Apropos Brix und Janneke: Dass sich die beiden von Beginn an sympathisch sind und keinerlei abgeschmackte Initiationsriten durchkauen, ist eine tolle Abwechslung. Zwei angegraute Seelen, die jenseits der 50 noch einmal neu anfangen wollen - wie war das noch gleich mit dem angeblichen "Jugendwahn" im Tatort? Dass es aber ohne ein paar zurechtkonstruierte biografische Details (WG mit Gärtnerin, Sohn in Übersee) offenbar im Tatort nicht geht - geschenkt. Aber wer sagt den beiden denn bitte mal, dass sie nicht auf einer Theaterbühne stehen und proklamieren, sondern vor einer Kamera ganz normal sprechen sollen? Das war mehr TKKG-Hörspiel als großes Kino.

 

Die künstlichen und gänzlich unentspannten Dialoge bremsen "Kälter als der Tod" leider immer wieder aus, nehmen ihm die Kraft, den Zuschauer zu fesseln und wirken inmitten der optischen Wucht seltsam gestrig. Da geht noch mehr, die Anlage und die Ideen sind gut, doch die Umsetzung ist noch weit vom sonstigen Tatort-Niveau der HR entfernt. Derzeit wird bereits der dritte Brix/Janneke-Fall gedreht - hoffentlich hat sich das Team inzwischen eingegroovt, denn so verschenkt der Frankfurt-Tatort leider sehr viel Potential.

Die besten Tweets zum Frankfurt-Tatort "Kälter als der Tod"

In "Der stille Gast" quartierte sich ein Kieler Postbote heimlich bei seinen Opfern ein - in Frankfurt hingegen versuchte ein Paketbote, das Leben der Familie Sanders nachzustellen. Zu Glück kann das im wahren Leben nicht passieren.

Der 21:15-Uhr-Verdächtige und seine Frau haben eine - nun ja - spezielle Ehe.

Was wir gelernt haben: Alte CD's können einfach so kaputt gehen. Da rechnet man schon mal in neuen Kategorien.

Trotz beeindruckender Tatorte und der Metropole Frankfurt: Was hat Hessen sonst noch so zu bieten?

So, wer dann alle Verwandschaftsverhältnisse der Sanders-Sippe erklären kann, kriegt ein Sternchen.

Das Twitter-Fazit: Durchwachsen. Fast alle Meinungs-Nuancen vertreten.

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