Happy Birthday, Schimanski!

Auch mit 75 ist Götz George immer noch Schimanski.

© WDR/Uwe Stratmann

Auch mit 75 ist Götz George immer noch Schimanski.
23.07.2013 · von

Man mag über die Person Götz George denken, was man will. Wollen wir all die Streitigkeiten über seinen jüngsten Film "George", in dem er seinen eigenen Vater spielt, einmal kurz vergessen und auf den ersten Auftritt als Kommissar Horst Schimanski zurückblicken.

Damals, 1981, war der Tatort rund zehn Jahre alt und hatte es auf 126 Folgen gebracht. Zum Vergleich: In den vergangenen zehn Jahren sind fast dreimal so viele Tatorte als Erstausstrahlung gezeigt worden. Der Hype und der heutige Kult-Status, der den Tatort von anderen Krimi-Reihen unterscheidet, fanden ihren Anfang mit dem unkonventionellen Duisburger Kommissar Schimanski.

Nur Spießer im Tatort

Das Gros der Ermittler vor Schimanski hatte keinerlei Ecken und Kanten: Die Herren saßen im spießigen Behörden-Büro, fuhren im ordentlichen Mantel und teilweise sogar mit Hut zum Tatort, fragten einmal "Wo waren Sie gestern Nacht?" und kombinierten anschließend solange, bis der Täter gefunden war. Schimanski war von Beginn an anders.

Schaut man sich heute noch einmal seinen ersten Tatort "Duisburg-Ruhrort" an, so wird schon in der Anfangssequenz klar: George alias Schimanski strahlt mit jeder Faser seine Andersartigkeit aus. Ein lange schweifender Blick über die morgendliche Industrie-Tristesse in Duisburg, begleitet von meditativem Kratzen am Allerwertesten. Dann die erfolglose Suche nach sauberem Geschirr in der chaotischen Wohnung, das Glas mit zwei rohen Eiern zum Frühstück und die halbherzige Aufräum-Aktion. Als Schimmi schließlich im legendären Parka auf die Straße tritt, schmeißt gerade der durchgeknallte Nachbar Hotte seinen Fernseher mit den Worten "Dieses Scheiß-Fernsehen, taugt sowieso nichts!" aus dem Fenster. Später bindet sich Schimmi dann noch einen Schuh – und tritt dabei gegen ein Werbe-Plakat mit dem Konterfei seines Vorgängers Hansjörg Felmy alias Kommissar Haferkamp.

Ohne Schimanski kein Nick Tschiller

Der Aufschrei danach war groß. Ob Polizei-Gewerkschaft, Stadt Duisburg oder konservative Zuschauer – die Gegner liefen Sturm gegen den neuen Tatort-Kommissar. Doch gleichzeitig gewannen Schimanski und seine Kollegen Christian Thanner (Eberhard Feik) und "Hänschen" (Chiem van Houweninge) auch unzählige neue Fans für den Tatort und sicherten so ein Stück weit dessen Überleben. Ohne den Proll-Cop aus dem Pott wären Figuren wie Nick Tschiller oder Thorsten Falke gar nicht denkbar, ganz zu schweigen von unkonventionellen Tatorten wie etwa aus Münster.

Nicht ohne Grund führt Schimmi noch immer die Liste der beliebtesten Tatort-Kommissare an. Nachdem die Figur aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist , führte die ARD sogar extra eine gleichnamige Reihe für Schimanski ein, die den Pensionär als Privatdetektiv zeigt. Der jüngste Teil ist gerade abgedreht und wird im Herbst gezeigt. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Götz George!

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