Hamburger Tatort-Team: Keintiltatort ab 2016?

Quo vadis, Tatort Hamburg: Wie geht es weiter mit Yalcin Gümer (Fahri Yardim) und Nick Tschiller (Til Schweiger)?

@ dpa

Quo vadis, Tatort Hamburg: Wie geht es weiter mit Yalcin Gümer (Fahri Yardim) und Nick Tschiller (Til Schweiger)?
11.03.2014 · von

Til Schweiger ist Anfeindungen gewöhnt. Entweder man liebt seine Filme, oder nicht. Auch am vergangenen Sonntag, bei seinem zweiten Einsatz am Tatort Hamburg ("Kopfgeld") hielten sich Kritiker und Befürworter die Waage. Wie geht es also weiter mit dem einsamen Wolf Nick Tschiller? Tut Schweiger sich das Genöhle noch lange an? Zwei Tatorte sind ausgestrahlt, zwei weitere werden noch in diesem Jahr direkt nacheinander gedreht und werden 2015 zeitnah hintereinander zu sehen sein. Ist dann Schluss?

Wohin entwickelt sich Nick Tschiller?

Die Entwicklung der Charaktere lässt in diese Richtung denken. Während Nick Tschiller immer sozialunkompatibler wird, spielt sich der ehemalige Sidekick Yalcin Gümer (Fahri Yardim) als verbindendes Element in den Vordergrund und in die Herzen der Zuschauer. Für viele - für uns übrigens auch - ist er der heimliche Star im Tatort aus Hamburg. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, zerbricht Tschiller irgendwann an seinen Ambitionen, die Stadt von allem Übel zu befreien oder wird das Opfer seiner erbitterten Feinde, deren Liste von Folge zu Folge länger wird. Gümer könnte dann den Lead übernehmen und mit seiner frechen Art, coolen Sprüchen und der ausgleichenderen Art weitermachen.

In die gleiche Richtung mutmaßt auch der SPIEGEL Online, wenn er den Tatort-Verantwortlichen vorschlägt, ab 2016 könne Fahri Yardim doch das Hamburger "Tatort"-Revier komplett übernehmen. Bei Twitter äußerte sich Regisseur Christian Alvart vieldeutig:

Die Zeit ist reif für Fahri Yardim

Ein erster Versuch, einen türkischstämmigen Ermittler am Tatort zu etablieren, endete 2012 für den Undercover-Ermittler Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) nach nur sechs Einsätzen. Von der Kritik gefeiert, überzeugten die Batu-Einsätze das Publikum nicht, die Quoten blieben hinter den Erwartungen zurück. Und so antwortete Christian Granderath, Fernsehspielchef des NDR, Ende 2011 dann auch auf die Frage, ob Mehmet Kurtulus' türkischer Hintergrund dem großen Quotenerfolg im Weg stand: "Davon bin ich persönlich überzeugt. Ich würde aber immer wieder - Quote hin, Quote her - einen türkischstämmigen Ermittler einsetzen, wenn es passt."

Jetzt würde es passen. Die Zeit ist reif für Fahri Yardim. Nichts gegen Til Schweiger, der durch seine Tatort-Einsätze sicherlich viele neue Fans hinzugewonnen hat. Seine sture, unnachgiebige Rolle und die knallharte Aktion sind eine tolle Ergänzung zur Vielfalt im Tatort-Universum. Laut Christian Granderath gab es - zumindest 2001 - noch keine Pläne eines schnellen Ausstiegs von Til Schweiger beim Tatort. "Falls er ein biblisches Alter wie Jopie Heesters erreicht, kann er gerne auch noch im Jahr 2068 in Hamburg ermitteln.", sagte Granderath damals. Die heimliche Hoffnung des NDR, durch den Weltstar Til Schweiger ein jüngeres Publikum an den Tatort heranzuführen, dürfte geglückt sein - und wird auch mit dem Leitwolf Yalcin Gümer dabeibleiben, da er sich als coole Sau etabliert hat. Nur die erhoffte zweite Zielgruppe, die "Rosamunde-Pilcher-Gucker", die Schweiger zum Tatort locken sollte, werden sich dann wohl doch wieder Richtung ZDF verabschieden.

Wie auch immer es beim Hamburger Tatort weitergeht, wir sind erstmal gespannt wie die Flitzebogen auf Teil drei und vier mit Tschiller und Gümer im kommenden Jahr!

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