Facebook-Protest gegen Simone Thomalla

Viele Tatort-Fans wären nicht traurig, wenn Eva Saalfeld (Simone Thomalla) den Dienst in Leipzig quittiert.

© MDR/Saxonia Media/Junghans

Viele Tatort-Fans wären nicht traurig, wenn Eva Saalfeld (Simone Thomalla) den Dienst in Leipzig quittiert.
13.01.2014 · von

Nicht alle Tatort-Kommissare sind gleichermaßen beliebt. Wenn Simone Thomalla als Leipziger Ermittlerin Eva Saalfeld auf Sendung geht, ist Kritik vorprogrammiert. Viele Zuschauer und Kritiker können mit der 48-Jährigen wenig anfangen, auch ihr mitunter Mimik-armes Spiel wird immer wieder durch den Kakao gezogen. Zudem hat der Leipzig-Tatort das Handicap, dass nur selten gute Drehbücher als Basis dienen, so dass auch der eigentlich deutlich bessere Martin Wuttke als Andreas Keppler leider oft unter seinen Möglichkeiten bleibt.

Nach dem Neujahrs-Tatort "Türkischer Honig" wurde es einigen Leipzigern zu bunt. Sie gründeten die Facebook-Gruppe "Leipzig hat einen besseren Tatort verdient", die inzwischen über 300 Mitglieder hat. Obwohl sich die Gruppe nicht ausdrücklich gegen Simone Thomalla richtet, wollen die Mitglieder schnell herausgefiltert haben, dass die Hauptdarstellerin das Hauptproblem des Leipziger Tatortes sei.

Auch die Bild-Zeitung berichtete über die Gruppe und schlug Alternativen zu Thomalla vor. Fünf Schauspielerinnen wurden in den Ring geworfen, sie alle haben eine enge Verbindung zur Stadt Leipzig. Nach einigen Tagen Abstimmung rief die Zeitung Melanie Marschke (44) als Gewinnerin aus. Die Darstellerin aus der ZDF-Serie "SOKO Leipzig" stehe allerdings nicht zur Verfügung, hieß es daraufhin sogleich aus den SOKO-Reihen.

Doch die aufwändige Suche hat für die Tatort-Macher ohnehin wenig Relevanz. Solange weder der verantwortliche MDR noch Simone Thomalla selbst das Handtuch werfen, wird es keine offizielle Diskussion geben. Und im Vergleich zu den fast acht Millionen Zuschauern, die "Türkischer Honig" sahen, sind 300 Facebook-Nutzer oder knapp über 800 Teilnehmer der Bild-Abstimmung eine verschwindend geringe Minderheit. Außerdem machen die Vielfalt der Kommissare und damit auch die Stärken und Schwächen jedes Ermittlers einen großen Teil des Reizes und auch des Phänomens Tatort aus.

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