Bye, bye, Conny Mey!

Blumen für Conny Mey (Nina Kunzendorf): Die Kommissarin lässt sich von Frankfurt an die Polizeischule Kiel versetzen.

© HR/Bettina Müller

Blumen für Conny Mey (Nina Kunzendorf): Die Kommissarin lässt sich von Frankfurt an die Polizeischule Kiel versetzen.

Der Abschied vom Tatort Frankfurt stimmt nicht nur die Kommissarin ein wenig traurig.

© HR/Bettina Müller

Der Abschied vom Tatort Frankfurt stimmt nicht nur die Kommissarin ein wenig traurig.

Letzter gemeinsamer Einsatz für Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) in "Wer das Schweigen bricht".

© HR/Bettina Müller

Letzter gemeinsamer Einsatz für Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) in "Wer das Schweigen bricht".

In einem Jugendgefängnis gibt es einen Toten, die Frankfurter Kommissare verhören das Wachpersonal.

© HR/Bettina Müller

In einem Jugendgefängnis gibt es einen Toten, die Frankfurter Kommissare verhören das Wachpersonal.

Wächter Günter Völler (Jürgen Rißmann) macht sich von Anfang an verdächtig.

© HR/Bettina Müller

Wächter Günter Völler (Jürgen Rißmann) macht sich von Anfang an verdächtig.

Sozialpädagogin Katharina Enders (Nele Mueller-Stöfen) versucht, die Insassen unter Kontrolle zu halten.

© HR/Bettina Müller

Sozialpädagogin Katharina Enders (Nele Mueller-Stöfen) versucht, die Insassen unter Kontrolle zu halten.

Bei seinen Verhören stößt Kommissar Steier auf eine Wand des Schweigens.

© HR/Bettina Müller

Bei seinen Verhören stößt Kommissar Steier auf eine Wand des Schweigens.

Das Gefängnispersonal führt eine harte Linie gegenüber den jugendlichen Gefangenen.

© HR/Bettina Müller

Das Gefängnispersonal führt eine harte Linie gegenüber den jugendlichen Gefangenen.

Steier wird schnell klar, dass hinter Gittern eigene Gesetze herrschen.

© HR/Bettina Müller

Steier wird schnell klar, dass hinter Gittern eigene Gesetze herrschen.

Als das Personal die Ermittlungen massiv behindert, flippt der Kommissar aus.

© HR/Bettina Müller

Als das Personal die Ermittlungen massiv behindert, flippt der Kommissar aus.

Conny Mey und Frank Steier versuchen aus dem Folter-Opfer Erhan Karabey (Tamer Arslan) etwas herauszubekommen.

© HR/Bettina Müller

Conny Mey und Frank Steier versuchen aus dem Folter-Opfer Erhan Karabey (Tamer Arslan) etwas herauszubekommen.
15.04.2013 · von

Starker letzter Tatort-Auftritt von Nina Kunzendorf, doch die Lösung des Falles "Wer das Schweigen bricht" lässt den Zuschauer ein wenig ratlos zurück.

Als Tatort-Zuschauer ist man auf gewisse Verhaltens-Muster konditioniert. Am Sonntag muss jegliche Arbeit spätestens bei Fadenkreuz und rennenden Beinen beendet sein, und wer nach 20:15 Uhr anruft, wird entweder rüde abgewiesen oder aber komplett ignoriert.

Ähnliche Muster ist man auch von den Geschichten im Tatort gewohnt: Wird ein strukturelles oder gesellschaftliches Problem aufgeworfen, dann ist es in der Regal auch für das Verbrechen verantwortlich – zumindest indirekt. Der Frankfurter Tatort "Wer das Schweigen bricht" baut genau solch eine Erwartungshaltung auf, um sie dann zum Ende hin aber völlig außen vor zu lassen.

Tatort als beklemmendes Kammerspiel

Wenn die Kommissare Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) in das Jugendgefängnis eintreten, in dem ein Häftling gefoltert und ermordet wurde, gelangen sie in eine andere Welt mit eigenen Gesetzen. Die Hierarchien werden von Herkunft und Taten bestimmt (Türken, Nazis, Russen oder Kinderschänder), das Wachpersonal übt eine Schreckensherrschaft aus, und mit Außenstehenden wird schon mal gar nicht gesprochen.

Die Anspannung ist in jeder Szene spürbar, die Tristesse hinter Gittern ebenso. Wie in einem Kammerspiel irren die Frankfurter Tatort-Kommissare durch das graue Gemäuer und sind dabei den feindseligen Wächtern ausgeliefert. Ist es Zufall, dass sich die dunklen Gänge der Haftanstalt und des Polizei-Präsidiums dabei verblüffend ähneln?

Doch in dem Moment, in dem die Protagonisten das Gefängnis verlassen, verflacht leider auch die Handlung. Die aufgebauten Konflikte werden nicht weiter ausgeführt, die Lösung des Falles ist letztendlich recht banal. Man muss kein Freund der gesellschaftskritischen Zeigefinger-Tatorte sein, um das ein wenig unbefriedigend zu finden. "Wer das Schweigen bricht" gehört sicherlich zu den sehr guten Tatorten, doch für einen wirklich herausragenden Film ist der Bruch zu stark.

Starker Abgang von Nina Kunzendorf

Bei alledem schwingt  der Abschied von Nina Kunzendorf als Kommissarin Conny Mey mit. Angeblich mochte die Schauspielerin ihre Rolle nicht, doch bei den Zuschauern kam die – zumindest in den ersten Fällen – aufreizend gekleidete Ermittlerin gut an. Vor allem als Begleitung des mürrischen Steier (Joachim Król) und seiner ausufernden Trink-Gewohnheiten tat sie dem Frankfurt-Tatort gut. Ihren letzten Fall löst Kunzendorf mit sichtlicher Erleichterung und in dem Bestreben, die Sache ordentlich zu Ende zu bringen. Das gelingt, und der Ausstieg ist dankenswerterweise unspektakulär.

Der Tatort "Wer das Schweigen bricht" holte dann auch wie nicht anders erwartet den ersten Platz bei den Sonntags-Quoten. Mit 9,04 Millionen Zuschauern und 25,6 % Marktanteil (14-49: 2,87 Mio, 20,6 %) trotz des harten Themas ein sehr guter Wert trotz starker Konkurrenz und dem ersten Frühlings-Wochenende.

Im nächsten Frankfurter Tatort "Der Eskimo" sehen wir dann Alwara Höfels ("Keinohrhasen") an der Seite des Kommissars, doch eine Dauereinrichtung soll auch das nicht werden. Ab dem übernächsten Film soll dann die Theater-Frau Margarita Broich die starke Frau werden, die Kommissar Steier Paroli bieten kann. Sie tritt in große Fußstapfen!

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