Autor Christoph Darnstädt über den neuen Hamburg-Tatort "Kopfgeld" mit Til Schweiger

Nick Tschiller (Til Schweiger) hat es nicht leicht im Tatort Hamburg. Sogar aus dem Krankenhaus kommt er nur mit Feuerschutz.

@ NDR/Marion von der Mehden

Nick Tschiller (Til Schweiger) hat es nicht leicht im Tatort Hamburg. Sogar aus dem Krankenhaus kommt er nur mit Feuerschutz.
04.03.2014 · von

Am kommenden Sonntag ist wieder großes Action-Spektakel angesagt, wenn Til Schweiger in "Kopfgeld" zu seinem zweiten Einsatz in Hamburg antritt. Wie im ersten Tatort mit Hauptkommissar Nick Tschiller (Til Schweiger) und seinem Kollegen Yalcin Gümer (Fahri Yardim) bekommt es die Polizei mit organisierter Bandenkriminalität zu tun.

In "Willkommen in Hamburg" brachte Nick Tschiller den Clanchef Firat Astan hinter Gitter, jetzt rächt der sich und setzt ein Kopfgeld auf Tschiller aus. Drehbuchautor Christoph Darnstädt hat sich nun zu den Hintergründen der Geschichte und ihren Charakteren geäußert.

Darnstädt, der bereits das Drehbuch zu "Willkommen in Hamburg" schrieb, wollte keinen "korrekten Diskurs über aktuelle Feuchtgebiete", sondern einen harten, auf Spannung, Tempo und Emotion gearbeiteten Thriller schaffen. Wichtig war ihm dabei, wie er sagt, keine idealisierte Heldengeschichte fortzuschreiben. Vielmehr versuche er zu erzählen, dass der draufgängerische "Nick-Tschiller-Weg", egal wie gut er anzuschauen ist, auch an den Rand des Abgrunds führen kann.

Im Bremer Tatort "Brüder", der vor zwei Wochen für Begeisterung bei den Zuschauern sorgte, ging es ebenfalls wie in diesem Tatort um große Familienclans. Die Frage, ob auch der Astan-Clan im Hamburger Tatort reale Vorbilder hat, verneint Christoph Darnstädt. Der Astan-Clan sei der Astan-Clan. "Aber die Miri und die AbouChaka-Jungs, die bleiben schon seine Paten", so der Drehbuchautor.

 

Ein sehr interessanter Charakter unter all den zwielichtigen Figuren, die in "Kopfgeld" ein doppeltes Spiel spielen, ist auch ein sogenannter "Friedensrichter" der Astans, der an Nick Tschiller herantritt - und sich als Clanmitglied mit guten Absichten entpuppt. Die gäbe es auch in der Realität, sagt Darnstädt. "Da gibt es die Friedensrichter, die die internen Clan/Familienstreitigkeiten lösen und eine Art Vergleich zwischen den Parteien erwirken. Was manchmal Mord und Totschlag verhindert, vor allem aber die Parallelgesellschaft zementiert: wir regeln das unter uns! Schillernde Figuren, um es nett zu sagen. Dann gibt es aber auch Clanmitglieder, die versuchen, ihre Jugendlichen mit Sozialarbeit von der Straße zu holen. Die für Bildung und einen Weg in die deutsche Gesellschaft kämpfen. Sie distanzieren sich nicht vom Clan, sie gehören ganz klar dazu, sehen aber Verantwortung für die nachwachsende Generation und wollen etwas ändern. Für mich die wahren Helden."

In der letzten Szene von "Kopfgeld" sagt Firat Astan, der inhaftierte Boss des Astan-Clans, "ich muss hier raus...". Ob Christoph Darnstädt damit für die Zukunft schon mal einen Showdown Mann gegen Mann mit Nick Tschiller ankündigen wollte oder ob der Zuschauer noch ganz andere, unerwartete Mitspieler der Gangster kennenlernen wird, lässt der Autor offen: "Beides hoffentlich...". Wir sind gespannt!

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