"Allmächtig" im Kreuzverhör: Silberlocken im Neuland

Mit Gregor Weber (l.) kehrt ein alter Bekannter zurück. Die Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) schauen meistens skeptisch drein.

©BR/hager moss film GmbH/Bernd Schuller

Mit Gregor Weber (l.) kehrt ein alter Bekannter zurück. Die Kommissare Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) schauen meistens skeptisch drein.

Albert A. Anast ist verschwunden. Der skrupellose Moderator...

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Albert A. Anast ist verschwunden. Der skrupellose Moderator...

...stellte in seiner Internet-Show unschuldige Menschen gnadenlos bloß.

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...stellte in seiner Internet-Show unschuldige Menschen gnadenlos bloß.

Die Geschäftsführerin seiner Agentur (Claudia Hübschmann) ist vor allem um die Show besorgt.

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Die Geschäftsführerin seiner Agentur (Claudia Hübschmann) ist vor allem um die Show besorgt.

Weder bei seiner Ex-Parrtnerin (Teresa Underberg)...

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Weder bei seiner Ex-Parrtnerin (Teresa Underberg)...

...noch bei seinen Kollegen war Anast sonderlich beliebt.

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...noch bei seinen Kollegen war Anast sonderlich beliebt.

Beim Haus eines seiner Opfer treffen die Tatort-Kommissare auf Pfarrer Fruhmann (Ernst Stötzner) und Pater Rufus (Albrecht Abraham Schuch).

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Beim Haus eines seiner Opfer treffen die Tatort-Kommissare auf Pfarrer Fruhmann (Ernst Stötzner) und Pater Rufus (Albrecht Abraham Schuch).

Sie finden die Leiche einer Frau, die von Anast in den Ruin getrieben wurde.

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Sie finden die Leiche einer Frau, die von Anast in den Ruin getrieben wurde.

Auch deren Ex-Mann (Gregor Weber) hat alles verloren.

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Auch deren Ex-Mann (Gregor Weber) hat alles verloren.

Die Spur von Anast führt in die Berge...

©BR/hager moss film GmbH/Bernd Schuller

Die Spur von Anast führt in die Berge...

...wo man bald den blutigen Wagen des Moderators findet.

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...wo man bald den blutigen Wagen des Moderators findet.

Ganz in der Nähe hat Pfarrer Fruhmann seine Gemeinde.

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Ganz in der Nähe hat Pfarrer Fruhmann seine Gemeinde.

Weiß der Geistliche mehr, als er zugibt?

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Weiß der Geistliche mehr, als er zugibt?

Am Ende kommt es zu einem dramatischen Showdown...

©BR/hager moss film GmbH/Bernd Schuller

Am Ende kommt es zu einem dramatischen Showdown...

...bei dem die Kommissare in Gefahr geraten.

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...bei dem die Kommissare in Gefahr geraten.
18.12.2013 · von

Perfektes Timing: Ein CSU-Hardliner wird "Internetminister", und die angegrauten Münchener Tatort-Kommissare verschlägt es ins Online-Business. Ob sich der Tatort in Sachen Internet mal wieder gnadenlos blamiert? Immerhin gibt es dieses Mal keinen verquasten Kunst-Anspruch.

Worum geht’s?

Gerade als er den Schritt ins Fernsehen geschafft hat, verschwindet Albert A. Anast (Alexander Schubert). Der schmierige Star einer Internet-Show hat mehr Feinde als Freunde, weil er andere Menschen vor laufender Kamera bloßstellt. Während sich Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) noch wundern, was es in diesem mysteriösen Internet alles gibt, gibt es auch schon ein zweites Opfer. Mitten in einem vollgemüllten Haus liegt die erstochene Maria Kohlbeck – auch sie wurde von Anast öffentlich in den Dreck gezogen und stand vor den Trümmern ihres Lebens.

Batic und Leitmayr versuchen, aus den Geschäftspartnern von Anast schlau zu werden. Während weit draußen in den Bergen nach dem Moderator gesucht wird, entdecken die Kommissare eine Spur von zerstörten Leben, die der arrogante Zyniker hinter sich her zog.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Sollte der BR mit diesem Tatort ernsthaft eine Diskussion um Moral und Persönlichkeitsrechte im Internet anzetteln wollen, so wäre der Ansatz reichlich plump. Abgesehen von den kopfschüttelnden Silberlocken ist auf den ersten Blick kein Zeigefinger erkennbar. Batic und Leitmayr spulen souverän ihre Routine ab und lassen sich auch von der stellenweise hanebüchenen Story nicht aus der Ruhe bringen. Spaß macht das aber noch lange nicht. Immerhin hat man dieses Mal auf die verkrampft-künstlerischen Wackel-Kamera und Amok-Schnitte verzichtet.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Absolut nicht. Die wirre Kombination aus dubiosen Geschäftspraktiken, machtgeilen Unsympathen und Rache-Theorien wird am Ende durch praktizierten Exorzismus auf den Gipfel getrieben. Auch der Kontrast zwischen Alt und Neu, zwischen ländlicher Schein-Idylle und verkommener Großstadt, zwischen Kirchenmännern und den personifiziertem Satan versucht vergebens, ein wenig Struktur in die hanebüchene Geschichte zu bekommen. Das ist man aus München besser gewohnt, nur leider häufen sich derartige Ausfälle in der letzten Zeit.

Bester Auftritt

Es scheint ein wenig so, als ob der Bayerische Rundfunk den Kollegen aus dem Saarland vorführen möchte, was für großartige Schauspieler man dort vergrault hat. Nach dem Auftritt von Maximilian Brückner im letzten München-Tatort spielt hier nun dessen ehemaliger Kollege Gregor Weber eine kleine, aber feine Nebenrolle und kann wohl behaupten, die witzigste Zeile des Films zu haben. Zumindest dann, wenn man nur die beabsichtigten Gags berücksichtigt.

Was muss man sich merken?

Batic und Leitmayr werden wohl keine Online-Freaks mehr. Auch wenn in "Allmächtig" sogar ein Tablet Einzug in die bayerische Amtsstube hält, fremdeln die Alt-Kommissare mit allem, was das böse Internet so mit sich bringt. Dass der Tatort sich schwertut, derartige Dinge wie selbstverständlich zu integrieren, weiß man nicht erst seit bizarren Webseiten-Imitaten oder einfallslosen Synonymen für Facebook oder Google. Jedem halbwegs modernen Zuschauer dürfte es aber bei diesem Dialog die Zeh-Nägel aufrollen: "Wir brauchen alle Droh-Mails!" – "Wie ist denn Ihre Email-Adresse?" – "Ach, drucken Sie es besser aus!"

Soll man gucken?

Wenn man am letzten Sonntag vor Weihnachten nicht weiß, was man mit seiner Zeit anfangen soll, gerne. Es wäre aber auch kein Verlust, wenn man stattdessen noch ein paar Geschenke einpackt und sich auf die Tatort-Highlights während der Feiertage freut. Mit Kiel und Weimar warten da zwei echte Leckerbissen. Dieser Tatort "Allmächtig" hingegen wird schnell vergessen sein.

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