Tatort Aus der Tiefe der Zeit
Aus der Tiefe der Zeit

Ein Wasserschaden zuhause und ein Toter in der Baugrube: Franz Leitmayr hat gleich mehrere Probleme. Doch von seiner neuen Bleibe im Westend hat er einen guten Einblick in die zerstrittene Familie des Opfers und in die Machenschaften der Immobilien-Haie.

Do
30.03.
20:15
WDR
freenet TV

Aktuelle News zum Tatort

Tatort Münster: Was macht denn die Leiche da?
30. März 2017

Beim Dreh zum neuen Münster-Tatort "Fangschuss" hatten Boerne (Jan Josef Liefers) und Thiel (Axel Prahl) mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen.


Kreuzverhör 30. März 2017

Feinsinniger Humor, pointierte Satire oder frische Ideen? Nicht im Tatort aus Münster. Und genau darum dürfte "Fangschuss" voll einschlagen.


Tatort Köln: Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) holen mit einem unspektakulären Fall erneut eine Rekord-Quote.
Wie wars? 27. März 2017

Der Opa ist der Vater, der Stiefvater der Mann, der Vater nur der Nachbar... Nicht nur Freddy und Max haben im Kölner Tatort manchmal den Überblick verloren.


Tatort Saarbrücken: Ermittelt Stellbrink (Devid Striesow) in seinem neuen Fall alleine oder bekommen seine Kollegen wieder einen größeren Anteil?
Drehstart 23. März 2017

Im Saarland entsteht derzeit ein neuer Fall für Kommissar Stellbrink (Devid Striesow). Wurde jemand mit einem selbstfahrenden Auto ermordet?


Kreuzverhör 23. März 2017

Wenn der Kleinkrieg auf der eigenen Parzelle ein Todesopfer fordert, haben die Kommissare - in diesem Fall Ballauf und Schenk - kurze Wege.


Tatort "Borowski und das dunkle Netz": Der Kommissar (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) als Erklär-Bären.
Wie wars? 20. März 2017

Schafft es der sonst so gute Kieler Tatort, endlich mal einen überzeugenden Fall rund um Digitalisierung zu erzählen? Leider nein.


Häh, Internet? Im Kieler Tatort "Borowski und das dunkle Netz" näher sich der Kommissar (Axel Milberg) der unbekannten Welt an.
Kreuzverhör 16. März 2017

Wie erklärt man dem betagten Tatort-Publikum das Darknet? Man lässt den ebenfalls ergrauten Kieler Kommissar Borowski staunend ermitteln.


Tatort Bremen: Stedefreund (Oliver Mommsen) ist fassungslos von der Brutalität der Morde.
Wie wars? 13. März 2017

Das war nichts für schwache Mägen: In "Nachtsicht" lassen Autor und Schauspieler ihrer Fantasie freien Lauf. Das Ergebnis bestätigt sie.


Solo für Borowski: Der Kieler Tatort-Kommissar muss alleine in Nordfriesland ermitteln.
Drehstart 10. März 2017

Sein erster Solo-Fall nach dem Verlust von Sarah Brandt führt den Kieler Kommissar Borowski nach Nordfriesland.



Der Tatort - eine deutsche Institution am Sonntagabend

Die Geschichte der Fernsehreihe begann bereits im Jahr 1970. Seit der ersten Folge "Taxi nach Leipzig" hat sich der Tatort nicht nur einen Stammsendeplatz am Sonntagabend in der ARD erhalten, sondern ist zu einer Institution im deutschen Fernsehen geworden. In bislang weit über 900 Folgen hat der Krimi so illustre Charaktere hervorgebracht wie die Kommissare Trimmel und Kressin aus den Anfangsjahren, Highlights wie die Kommissare Bienzle, Palu oder das Gespann Schimanski und Thanner sowie aktuelle Ermittler wie etwa die Kölner Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk oder das ungleiche Paar Kommissar Frank Thiel und Gerichtsmediziner Professor Boerne aus Münster. In seiner langen Geschichte hat der Tatort unzählige Preise erhalten, darunter mehrfach den begehrten Grimme-Preis.

Doch nicht immer ist der Tatort unumstritten. Zeitweilig trennte er gar die öffentliche Meinung in tief gespaltene Lager, so zum Beispiel bei der legendären Folge "Reifezeugnis" von 1977. Einige Zuschauer feierten den Film von Wolfgang Petersen als Meisterwerk, andere jedoch verfielen in helle Aufregung, da hier Nacktszenen mit der gerade einmal 15-jährigen Nastassja Kinski zu sehen waren. Auch in der jüngeren Vergangenheit konnte der Tatort nicht alle überzeugen. So wird der Tatort aus Münster bei der Fangemeinde sehr unterschiedlich bewertet: Die Befürworter freuen sich über die skurrilen Charaktere und loben, dass die Folgen neuen Schwung in die Reihe bringen, während die Gegner die westfälischen Krimis als Klamauk abtun.

Legendäre Kommissare, skurrile Nebenfiguren, Stars vor und hinter der Kamera

Während die Kommissare in der Anfangszeit meist allein ermittelten, wurde mit Schimanski und Thanner 1981 das erste Ermittlerteam ins Bild gebracht. Das Format setzte sich durch und seitdem gehen immer mehr Tatort-Ermittler zu zweit auf Verbrecherjagd. Neben Götz George als Schimanski und seinem Kollegen Thanner aus Duisburg erfreuen sich zum Beispiel die Kommissare Brockmöller / Stoever aus Hamburg (bis 2001), Batic und Leitmayr aus München, Odenthal / Kopper aus Ludwigshafen, Thiel / Boerne aus Münster oder Kriminalhauptkommissar Borowski und seine Assistentin Sarah Brandt aus Kiel großer Beliebtheit in der Fangemeinde. Alleine fühlen heute nur noch sehr wenige Ermittler den Verbrechern auf den Zahn, darunter die durchaus beliebte Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) aus Hannover.

Zum großen Erfolg der Tatorte tragen aber nicht nur die Hauptdarsteller bei, auch die zum Teil abstrus überzeichneten Nebenfiguren haben viele treue Anhänger. Hier ist zuallererst wieder der Tatort aus Münster zu nennen, der mit der ketterauchenden Staatsanwältin Wilhelmine Klemm, der süßen Assistentin Nadeshda Krusenstern und dem Alt-68er Herbert Thiel für jeden Geschmack etwas zu bieten hat. Ebenfalls sehr beliebt sind die Staatsanwältin Emilia Alvarez und die Assistentin Nika Banovic aus Stuttgart oder der Assistent Lutz Weber aus Berlin.

In der Geschichte des Tatorts haben auch immer wieder Gastauftritte für Abwechslung, Spannung und Komik gesorgt. So war etwa der ehemalige Fußball-Bundestrainer Berti Vogts in einer kleinen Gastrolle zu sehen, in der er sich rührend um ein entlaufenes Kaninchen sorgte. DFB-Präsident Theo Zwanziger war auch schon in einer Folge dabei, ebenso wie Steffi Jones, damals Koordinatorin der Frauenfußball-WM in Deutschland. Auch hinter der Kamera war viel Prominenz am Werk, allen voran Star-Regisseur Wolfgang Petersen, der zunächst den Kieler Tatort drehte und später mit Filmen wie "Das Boot", "Air Force One" oder "Troja" zu Weltruhm gelangte.

Was macht den Tatort so beliebt?

Der Tatort ist nicht die einzige Krimireihe im deutschen Fernsehen, doch steht sie auf der Beliebtheitsskala der Zuschauer nach wie vor ganz oben. Andere Formate wie der Polizeiruf 110, der ebenfalls in der ARD ausgestrahlt wird, oder die amerikanische Krimiserie CSI können da nicht mithalten. Der Tatort erreicht am Sonntagabend Folge für Folge über sieben Millionen Zuschauer, was einer Quote von etwa zehn Prozent entspricht. In den 1970er Jahren, als es noch kein Privatfernsehen gab, hatte der Tatort mit einem Marktanteil von 70 Prozent sogar über 25 Millionen Zuschauer. Obwohl der Tatort von den verschiedenen Sendeanstalten der ARD, dem Österreichischen Fernsehen ORF und dem Fernsehen der Schweiz SRF produziert wird, hat sich ein einheitliches Format etabliert, was ebenfalls zur Beliebtheit der Krimis beigetragen haben dürfte. So haben sich die Autoren beispielsweise fast ausnahmslos daran gehalten, dass die Ermittler bereits innerhalb der ersten zehn Minuten die Leiche finden.

Beim jeweiligen Thema geht es jedoch in die Breite. Einige Tatorte orientieren sich an aktuellen gesellschaftlichen Problemen oder üben Sozialkritik, während sich der Inhalt bei anderen Tatorten um lokale Besonderheiten oder schlicht um einen spannenden Fall dreht.

Die Zukunft des Tatorts

Wenn es nach den Zuschauern geht, dann wird uns der Tatort in der ARD noch lange erhalten bleiben. Um die Popularität noch weiter zu steigern, setzen die Sender seit einiger Zeit verstärkt auf Prominenz und Star-Schauspieler. Nach dem Abgang des beliebten Hamburger Ermittlers Batu wurden zum Beispiel mit Wotan Wilke Möhring (Hauptkommissar Thorsten Falke) und dem international erfolgreichen Til Schweiger (Hauptkommissar Nick Tschiller) zwei neue Schwergewichte für die Krimireihe verpflichtet. Und mit Nora Tschirner und Christian Ulmen haben zwei weitere Kinostars das Tatort-Team (Einsatzort Weimar) verstärkt.

Einen immer höheren Stellenwert nehmen auch die neuen Medien ein. So sind die Folgen seit einigen Jahren gleich nach der Erstausstrahlung im Fernsehen auch in der ARD Mediathek im Internet verfügbar und einigen Tatorten konnten die Zuschauer sogar in einem eigens entwickelten Onlinespiel den wahren Täter ermitteln. Viele Zuschauer sehen heute den Tatort und nutzen gleichzeitig Social Media Seiten wie Twitter oder Facebook, um sich über das Geschehen auszutauschen. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken und wir dürfen gespannt sein, wie sich der Tatort in dieser Richtung weiterentwickelt.

Weitere Informationen: Offizielle Tatort-Seite der ARD, Tatort in der Wikipedia

Tatort-Blog.de